BSC Berlin: Mit Crowdfunding zur hauptamtlichen Kiezkoordination

Zitat: "Das Projekt brachte bisher unbekanntes Engagement und Begeisterung in unseren Verein"

Dem Berliner SC ging es während der Pandemie ähnlich wie vielen anderen Clubs: Der Trainings- und Spielbetrieb wurde eingestellt, die Zoom-Müdigkeit setzte irgendwann ein und es fehlte an Perspektive. Doch als der Verein auf den #femalefutureathletes-Fördertopf von fairplaid und Equaletics stieß, entschloss sich die Abteilung, ein Crowdfunding Projekt zu starten. Ziel: eine Kiezkoordination im Verein. Was die Berliner nicht ahnten: Das Projekt setzte am Ende ungeahnte Energie im Verein frei. Doch lest selbst, was der Berliner SC über seine Erfahrungen zu erzählen hat.  

Für uns als Berliner Sport Club e.V. und für den ganzen Berliner Basketballbetrieb war die Saison 2020/21 sehr schwierig. Durch die Kontaktbeschränkungen konnte für den Großteil der Saison kein Sport in Hallen absolviert werden, und auch der Spielbetrieb wurde nach nur wenigen Spielen eingestellt. Im Frühjahr 2021 wurde die Saison schließlich für beendet erklärt. 

Davon wollten wir uns jedoch nicht entmutigen lassen. Gerade zu Beginn der Kontaktbeschränkungen im Oktober 2020 war bei unseren Teams noch viel Energie vorhanden. Daher war es für uns selbstverständlich, dann eben passende Trainingseinheiten online anzubieten. Doch nach drei Monaten breitete sich auch bei uns die berühmte Zoom-Müdigkeit im Verein aus. 

Der #femalefutureathletes-Fördertopf: Von der Idee zur Umsetzung

Kurz vor Weihnachten sind wir dann auf den #femalefutureathletes-Fördertopf von fairplaid und Equaletics gestoßen. Nach kurzer Überlegung kamen wir zu dem Entschluss, ebenfalls dort ein Crowdfunding-Projekt anzulegen. Wie sich herausgestellt hat, gleich aus mehreren Gründen eine gute Idee, denn das Projekt brachte bisher unbekanntes Engagement und Begeisterung in unseren Verein. Doch der Reihe nach. 

Zu Beginn hat eine kleine Gruppe die groben Leitlinien für das Projekt definiert und alle wichtigen Formalitäten geregelt. Der Grundstein für das Projekt „All Girls Can Jump“ wurde gelegt. Durch das Projekte sollte der Mädchen- und Damenbereich beim BSC wiederbelebt werden. Ziel war bzw. ist es, nachhaltige Organisations- und Trainingsstrukturen aufzubauen, die es ermöglichen, viele Mädchen in Wilmersdorf für Basketball beim BSC zu begeistern, eine sehr gute Ausbildung zu durchlaufen und in einigen Jahren wieder die Möglichkeit zu haben, um die Berliner Meisterschaft mitzuspielen!

Mit der Idee im Gepäck haben wir aktiv in unseren Teams dafür geworben, Teil des Projektteams zu werden. Mit Erfolg! Aus verschiedenen Teams kamen alle möglichen SpielerInnen zusammen, so dass am Ende ein Team aus rund 15 BSClerInnen das Projekt unterstützen wollten. Wir haben uns dann in kleine Gruppen aufgeteilt, um einzelne Themen wie unseren Trailer, die Prämien, Social Media, Logo und weiteres zu bearbeiten.

Für die eigene Überzeugung werben

Die Crowdfunding- Kampagne selbst war auf zwei Wochen angelegt.  Unsere Aufgabe war es, in dieser Zeit kräftig die Werbetrommel zu und alle von uns erstellten Medien, auf jedem erdenklichen Kanal zu verbreiten. So sollten so viele Einzelspenden wie möglich zusammen kommen. Dazu gehörten Beiträge in sozialen Medien, auf unserer Website, in lokalen Zeitungen und selbstverständlich ganz viel direkte Kommunikation mit potentiellen SpenderInnen. Auch hier haben wir uns innerhalb der Projektteams so abgestimmt, dass wir möglichst viele Menschen, die einen Bezug zum BSC oder auch zum Projektzweck haben könnten, erreicht haben. Auch sind wir mit einigen SpielerInnen unserer Mädchenteams an Wochenenden auf Märkte gegangen und haben direkt Spenden eingesammelt und Flyer für das Projekt verteilt. Insgesamt sind wir auf wahnsinnig viel Begeisterung und Engagement getroffen, die wir uns so nie erhofft hätten.

Alle Vorstellungen übertroffen

Unser ursprüngliches Spendenziel lag bei 6.000 € und zwar waren wir uns sicher, dass wir dieses erreichen werden, doch das Endergebnis hat uns komplett überrascht. Nach rund zwei Wochen Laufzeit kam der stolze Betrag von rund 12.560 € zusammen. Davon steuerten Equaletics und fairplaid mit ihrem #femalefutureathletes-Fördertopf einen Betrag von rund 4.200 € bei, doch der Großteil kam durch die 214 UnterstützerInnen zustande. 

Vor dem Projektstart hatten wir bereits einen kleinen Finanzplan aufgestellt, um transparent aufzuzeigen, für welche Zwecke das Geld eingesetzt werden soll. Nachdem wir nach einer Woche das Spendenziel bereits erreicht hatten, haben wir in einem Newsletter ein “internes” neues Spendenziel ausgegeben, und wieder aufgezeigt, wofür die zusätzlichen Spenden genutzt werden sollen.

Im Mittelpunkt des Projekts stand für uns, dass wir eine feste Stelle für eine bzw. einen TrainerIn schaffen wollen, die sich um die Kiezkoordination kümmert. Nach unserem Crowdfunding-Projekt haben wir dazu eine Stellenausschreibung veröffentlicht und mit allen BewerberInnen Gespräche durchgeführt. Im Rahmen dessen konnten wir Julia für uns gewinnen, die seit dem Sommer bei uns die Verantwortung für die Kiezkoordination trägt. Dazu gehört unter anderem unsere Zusammenarbeit mit Grundschulen, die Veranstaltungen von offenen Festen und Veranstaltungen mit Sportbezug in unserem Kiez sowie die explizite Förderung von Damen- und Mädchenbasketball in diesem Rahmen.

Für das neue Kalenderjahr planen wir eine neue Teilzeitstelle zu schaffen, die sich ebenfalls mit der Kiezkoordination und der Förderung des Mädchen- und Damenbasketballs bei uns im Verein beschäftigt. Für uns können wir auf jeden Fall sagen, dass die Crowdfunding-Kampagne ein voller Erfolg war – nicht nur finanziell und dann hoffentlich bald auch sportlich, sondern vor allem auch, weil wir dadurch gesehen haben, welche Kräfte bei uns im Verein stecken und was dadurch möglich ist. 


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