Umweltschutz: Wie der Sport einen Beitrag zum Erreichen der Klimaziele leisten kann

Drei Glühbirnen und ein Erde-Icon. Zudem der Text: Umweltschutz: Wie der Sport einen Beitrag zum Erreichen der Klimaziele leisten kann

Nicht nur die schweren Flutkatastrophen haben noch einmal die Notwendigkeit verdeutlicht, aktiver im Klimaschutz zu werden. Dies gilt nicht nur für die Politik und Unternehmen, sondern für jede*n Einzelne*n von uns. Auch als Sportverein kann man einen Beitrag zum Umweltschutz und dem Erreichen der Klimaziele beitragen – mit teils kreativen Mitteln. 

Sport und Umweltschutz – passt das? 

Dass Sport und Umweltschutz nicht immer Hand in Hand gehen, zeigen immer wieder aufs Neue Beispiele. So hat u.a. der DFB für eine Strecke von 260 Kilometer ein Flugzeug gechartert, anstatt auf Bus oder Bahn zu setzen – angeblich aus Regenerationsgründen. Aktuell sorgen vor allem die anstehenden olympischen Winterspiele in Peking für Aufsehen, denn zwischen den Wettkampforten liegen teils 200 km und zudem muss (fast) ausschließlich auf Kunstschnee gesetzt werden.  Der ehemalige Skirennläufer Felix Neureuther dazu: „Peking mit seinen Eingriffen in die Natur und mit den menschenrechtlichen Problemen hätte nach meinen Vergabe-Anforderungen sicher keinen Zuschlag bekommen“. Und die Liste könnte schier endlos weitergeführt werden 

Sich zum Klimaschutz bekennen

Doch dass das Thema Klimaschutz nach und nach auch im Sport ankommt, zeigen u.a. verschiedene Initiativen und Aktionsbündnisse. So haben zum Beispiel die Vereinten Nationen die Initiative „Sports for Climate Action Framework“ initiiert. 

Im Wesentlichen sind dort fünf Grundsätze festgehalten: 

  1. Systematische Maßnahmen zur Förderung einer größeren Verantwortung für die Umwelt ergreifen 
  2. Allgemeine Klimabelastungen reduzieren 
  3. Über Maßnahmen zum Klimaschutz aufklären 
  4. Einen nachhaltigen und verantwortungsvollen Konsum fördern 
  5. In der Kommunikation für den Klimaschutz eintreten 

Unterstützer*innen aus dem Sport sind u.a. Verbände wie der Deutsche Fußball-Bund oder der Deutsche Skilehrerverband. 

In Anlehnung an Fridays for Future entstand die Initiative “Sports for Future”, die es sich zum Ziel gesetzt hat, ebenfalls die Herausforderungen der Klimakrise zu begegnen. Unterstützer*innen der Initiative sind zahlreiche Spitzensportler*innen, Verbände und Vereine. 

Ihre Agenda: 

  • Den Sport versammeln: über die Unterzeichnung der Stellungnahme
  • Position beziehen:
  • für eine rationale, auf der Wissenschaft basierenden Umsetzung des Pariser Klimaabkommens
  • für eine lebenswerte Zukunft der Jugend und nachfolgender Generationen
  • für eine faire, respektvolle Debattenkultur
  • für Solidarität und einen gesellschaftlichen Teamgedanken
  • Den Sport fordern: Was sind Ziele? Wo sind Best Cases?
  • Kräfte bündeln: Einsatz als Botschafter*innen, Unterstützung über freiwillige Spenden und Fördermitgliedschaften
  • Projekte fördern: Klimaschutz umsetzen, Nachhaltigkeit und unsere Demokratie stärken
  • Know-How erhöhen: wissenschaftliche Kooperationen mit der Cologne Business School, der Klima Arena und anderen Bildungseinrichtungen
  • Nachhaltigkeit stärken: Projekt- und Kampagnen-Ausschreibungen
  • Projekte starten: Sport-Angebote für Kinder und Jugendliche mit Lernebenen wie „Nachhaltigkeit“, „Demokratie“, „Klimaschutz“ verknüpfen

Mit gutem Beispiel voran gehen

Doch nicht nur symbolische Akte, sondern auch konkrete Maßnahmen sind vom Sport gefordert und erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. So plant die Deutsche Fußball Liga (DFL) eine Verankerung des Themas Nachhaltigkeit in der Lizenzierungsordnung. Ein anderes Beispiel: Der Eishockey-Club Neusser EV testete ein synthetisches Eis, welches vor allem im Sommer eine klimaeffizierente Alternative zu herkömmlichen Eis bieten soll. 

Aktuelle Updates rund um das Thema Nachhaltigkeit und Profisport bietet der passende SID-Newsticker auf der Seite von Sports for Future.

Wahre Veränderung kommt jedoch nicht nur durch Verhaltensänderungen im Profisport, sondern auch als Breitensport-Verein kann man mit gutem Beispiel voran gehen. Daher haben wir euch hier ein paar Ideen als Inspiration aufgelistet: 

  • Eine Vereinsaktion starten und das Gelände rund um die Sportanlagen von Müll befreien 
  • Fair produzierte Trikots und Equipment erwerben 
  • Rad-Bonuskarte, für die es Prämien gibt
  • Der Bau eines Wildbienenhotels
  • Anlegen einer Streuobstwiese
  • Pflanzen von Bäumen 
  • Aufbau einer Tauschbörse für alte Vereinsklamotten
  • Lebensmittel aus der Region im Vereinsheim verkaufen 
  • Verzicht auf Plastikbesteck und -teller und stattdessen Mehrweggeschirr verwenden
  • Hygienetücher aus Recyclingpapier
  • Einwegflaschen verwenden
  • Schuhe putzen mit Regenwasser
  • Fahrgemeinschaften bilden
  • Das Vereinsheim sanieren  

Viele weitere Beispiele hat u.a. der DFB auf seiner Seite gesammelt. 

Ihr seht: Jede*r kann einen Beitrag zu mehr Umweltschutz leisten. Während manche Ideen schnell umzusetzen sind, braucht es für andere Projekte mehr Ressourcen. Hilfreich kann dabei eine AG Nachhaltigkeit sein, die sich strukturiert dem Thema annimmt und auslotet, welche Maßnahmen wie umgesetzt werden. 

Und auch hier gilt wieder: Eine hauptamtliche Stelle ist keine zwingende Voraussetzung für Umwelt-Engagement. Sie kann jedoch eine große Unterstützung sein, u.a. um Förderanträge zu schreiben, Kooperationspartner*innen zu finden oder Ehrenamtlich für das Thema zu begeistern.  


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