Energiesparen für Vereine: Wie du deinen Klub krisenfest machst!

Energiesparen für Vereine sorgt für vollere Kassen

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Untergangsstimmung oder große Chance?

Energiesparen für Vereine war schon immer smart. Bislang haben es euch die Strom- und Gasrechnungen aber noch verziehen, wenn ihr bei dem Thema nicht so strikt wart. Das ändert sich in diesem Winter schlagartig. Die Energiekrise treibt die Preise so hoch, dass viele Klubs jetzt zu Energiesparprofis werden müssen, um im nächsten Jahr noch zahlungsfähig zu sein.

Das klingt beängstigend, aus unserer Sicht kann es aber auch die Chance sein, euren Verein endlich nachhaltig aufzustellen. Wir haben für euch zusammengefasst, welche Möglichkeiten Vereine haben, um schnell Energie einsparen zu können. Vielleicht ist ja auch für dich ein Punkt dabei, den dein Verein noch nicht auf der Rechnung hatte.

Unnötige Stromfresser vom Netz nehmen

Strom ist bereits jetzt deutlich teurer als noch Anfang des Jahres. Umso mehr lohnt es sich, besonders ältere Elektrogeräte vom Netz zu nehmen. Braucht ihr jetzt im Winter euren Kühlschrank in der Halle oder im Vereinsheim unbedingt?  Den Kasten Bier könnt ihr zur Not auch draußen kaltstellen. 

Außerdem solltet ihr für Transparenz in Sachen Energieverbrauch schaffen. Am besten identifiziert ihr dazu alle eure Stromverbrauche mit ihren jeweiligen Verbrauchswerten. Tragt eure Erkenntnisse in eine zusammenfassende Liste ein und entscheidet dann, an welchen Stellen ihr sparen könnt.

Strommessgeräte könnt ihr euch dafür oft auch in der lokalen Bibliothek ausleihen. Hier könnt ihr nachschauen, ob das auch in eurer Umgebung möglich ist. 

Eine Anleitung zum richtigen Gebrauch von Strommessgeräten sowie weitere Energiespartipps bekommt ihr bei der Stiftung Warentest.

Auf LED-Beleuchtung setzen

Beleuchtung vom Netz zu nehmen, macht beim Energiesparen für Vereine meist weniger Sinn. Klar solltet ihr auch hier drauf achten, Hallen-, Kabinen und Platzbeleuchtung so früh wie möglich nach Gebrauch abzuschalten. 

Euer Verein sollte spätestens jetzt überall dort, wo es möglich ist, auf LED-Technologie umstellen. Die ist heutzutage für fast alle Beleuchtungs-Arten verwendbar und spart gegenüber anderen Lampen-Arten bis zu 80 Prozent an Energie. Dazu ist sie langlebiger und enthält keine Schadstoffe. 

Um mit dem Hallen- und Flutlicht auch die richtig fetten Stromfresser auf sparende LED-Technik umzurüsten, kann es schnell teuer werden. Oft könnt ihr euch hierbei aber auf Landes- oder Bundesebene 30 bis 40 Prozent der Kosten fördern lassen.

Sportplatzwelt hat hierzu einen ausführlichen Beitrag geschrieben und gibt euch Tipps, wie ihr an die Fördertöpfe kommt. Bei einer Stromersparnis von 60 Prozent im Vergleich zur alten Anlage amortisiert sich die Investition in LED bereits nach etwa 4 Jahren.

Macht euer Heizsystem effizienter

Bei Fenstern und Türen denken wir gleich daran, wie wichtig eine gute Dämmung ist. Aber auch schlecht isolierte Heizungsrohre und Warmwasserleitungen können zum Energiegrab werden. 

Daneben ist es sehr effektiv, eure alten Heizungspumpen durch Hocheffizienzpumpen auszutauschen. Die verbrauchen verglichen mit älteren Pumpen oft nur 10 Prozent des Stroms. Das Sparpotenzial durch den Austausch von alten Heizungspumpen wird meist unterschätzt. In Haushalten sind sie mit 10 % der jährlichen Stromkosten oft die größten Stromfresser. 

Überlegt euch auch, wie warm ihr eure Räumlichkeiten wirklich heizen müsst. Der Deutsche Städtetag empfiehlt Vereinen ausdrücklich die Absenkung der Raumtemperatur in Sport- und Turnhallen im gesetzlichen Rahmen.

Hier eine Orientierungshilfe: Nach der DIN-Norm 18031-1 wird bei Sporthallen eine Raumtemperatur von 17°C empfohlen. Als Mindesttemperatur gelten laut der AMEV 15°C, bei schulischer Nutzung der Hallen 17°C. 

Für die andern Räumlichkeiten gelten folgende Empfehlungen:

  • 22° C für Duschräume
  • 20°–21°C für Büros
  • 19°–20°C für den Ausschank
  • Durchgangsbereiche wie Flure, Foyers oder Technikräume gar nicht mehr beheizen

Messt Raumlufttemperatur sowie Raumluftfeuchte mit einem Thermometer bzw. Hygrometer und passt eure Heizleistung dementsprechend an. Die relative Luftfeuchte sollte dabei zwischen 45 und 60 Prozent liegen.

Wer noch einen Schritt weiter gehen will, kann auf eine smarte Heizungssteuerung durch spezielle Thermostaten setzen. Die könnt ihr auch selber austauschen und die Temperaturen in euren Anlagen von überall aus steuern. 

Tipp: Lasst euren Energieverbrauch analysieren.

Fühlt ihr euch mit jetzt etwas überfordert? Das ist nachvollziehbar, denn die meisten von euch sind ja keine ausgebildeten Energieexperten. Aber so einen könntet ihr euch natürlich trotzdem mal in eure Sportanlage holen. Ein Energieberater kann mögliche Fehler in eurem Heiz- und Belüftungssystem aufdecken. 

Bei der Sportvereinigung Feuerbach lag ein solcher Fehler in der Lüftung der Turnanlage. Durch die Energieanalyse konnte der Verein den Energieverbrauch um rund 25 Prozent senken. 

„Je stärker man Luft hinzugefügt hat, so wurde in gleichem Maße Luft am Dach wieder herausgeblasen. Energetisch natürlich der Wahnsinn!“

Holt eure Mitglieder mit ins Boot!

Viel hängt natürlich auch vom Verhalten eurer Sportler*innen ab. Die heiße Dusche nach dem Training mutiert gerne mal zum ausgedehnten Plausch in der Mannschaft. Diesen Winter kommt euch das teuer zu stehen. Sprecht daher mit allen Mitgliedern und sensibilisiert sie für die Thematik.

Wirkungsvolle Maßnahmen in diesem Bereich sind Belohnungssysteme und ein gemeinsames Brainstorming für Ideen zum Energiesparen für Vereine. Langfristig könnt ihr auch einmal pro Jahr eine Aktion starten, die das Thema Nachhaltigkeit im Sportverein in den Mittelpunkt stellt. Fest steht: Mit kurzen, kalten Duschen können eure Sportler ihre Vereinsliebe unter Beweis stellen.

Duschköpfe und Armaturen austauschen

Wann habt ihr das letzte Mal eure Duschköpfe ausgetauscht? Wassersparende Duschköpfe verbrauchen nur etwa 6 bis 9 Liter Wasser pro Minute. Bei älteren Duschköpfen beträgt der Verbrauch hingegen 15 bis 20 Liter. Bei Waschbecken ist das Einsparpotenzial mit wassersparenden Armaturen ähnlich hoch.

Der TÜV-Rheinland hat hier ausführlicher zusammengefasst, wann ein Wechsel sinnvoll ist und was ihr dabei beachten solltet.

Macht euch Hauptamt-ready!

Wie bitte? Ja richtig gehört, auch beim Thema Energiesparen für Vereine lohnt es sich, euren Klub mit einem Hauptamt professioneller aufzustellen. Alleine schon, um sich um eine Analyse der Energieverbrauchs zu kümmern, fehlt vielen ehrenamtlich geführten Vereinen schlichtweg die Zeit.

Der SV Vaihingen ist ein Beispiel dafür, was das bedeuten kann. Nachdem der Stuttgarter Verein ein Hauptamt eingeführt hat, konnte sich endlich jemand um die Fixkosten für Strom und Energie kümmern. Hier gehts zum ausführlichen Magazin-Artikel

Durch Anbieterwechsel und Verhandlungen konnte der SV Vaihingen viel Geld sparen. Alleine dadurch hat sich das eingeführt Hauptamt schon fast selbst refinanziert. 

 

„Die Energieverträge waren gefühlt 100 Jahre alt und wurden einfach von Jahr zu Jahr verlängert, ohne die Konditionen zu verbessern. Ich habe dann angefangen, alles auf den Prüfstand zu stellen."

Dabei handelt es sich um einen mittel- bis langfristigen Ansatz. Aber auch wenn die Energiekrise zu sofortigem Handeln zwingt: Das Thema Nachhaltigkeit solltet ihr in jedem Fall langfristig angehen. Und womöglich braucht ihr in eurem Verein jemanden, der sich darum auch über lange Zeit kümmern kann. Wir von Klubtalent unterstützen Vereine mit unserem „Hauptamt-ready-Programm“ dabei, ihre Vorstände und die Mitglieder durch hauptamtliche Mitarbeiter zu entlasten.

Tipp: Den Strom und Gasversorger wechseln

Habt ihr bereits die Kapazitäten für einen möglichen Wechsel eurer Anbieter? 

Dann checkt als erstes unbedingt euren Mietvertrag eurer Sportanlage bevor ihr euch ausführlicher mit dem Thema befasst. Solange es darin nicht anders vereinbart wurde, kann euer Verein selber entscheiden, bei welchem Anbieter er Strom und Gas bezieht. Auf ehrenamt24  bekommt ihr wertvolle Tipps, wie ihr bei einem Wechsel vorgehen solltet und welche Rolle die Größe eures Vereins dabei spielt.

Energiesparen für Vereine: Welche Fördermaßnahmen und Hilfspakete gibt es?

Vom Bund werden 2023 zusätzliche 400 Millionen Euro für die Sanierung von Sportstätten zur Verfügung gestellt. Die Fördermaßnahmen laufen über das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen im Bereich Sport, Jugend und Kultur“. 

Im Rahmen des Programms haben 2022 schon fast 750 Kommunen mit 995 Projektskizzen Förderungen im Volumen von 2,7 Mrd. Euro beantragt. 476 Mio. Euro standen zur Verfügung. 

In der folgenden Übersicht findet ihr die Links zu den Empfehlungen der Landessportbünde zum Energiesparen für Vereine. 

Und jetzt gilt's loszulegen!

Wir hoffen natürlich, ihr habt jetzt richtig Bock das Thema anzugehen. Oder euer Klub ist energetisch schon so gut aufgestellt, dass ihr relativ entspannt in den Winter gehen könnt, umso besser. In der folgenden Übersicht sind nochmal alle Punkte zusammengefasst. Falls ihr euch weiter informieren wollt: Der DOSB beantwortet auf seiner Seite zur Energiekrise viele offene Fragen, die Vereine zur Thematik haben. 


To-do Liste zum Energiesparen für Vereine:

  • alle Stromverbraucher mit jeweiligen Verbrauchswerten auflisten
  • unnötige Stromfresser vom Netz nehmen
  •  überall, wo es möglich ist, auf LED-Technologie umrüsten
  • Heizungsrohre und Warmwasserleitungen dämmen
  • alte Heizungspumpe durch Hocheffizienzpumpe ersetzen
  • Wassersparende Duschköpfe und Armaturen einbauen
  • Hauptamt einführen
  • Raumlufttemperatur auf Mindestvorgaben runterregulieren
  •  optional: smarte Heizungssteuerung einbauen
  • Energetische Analyse durch Energieberater machen lassen
  • Mitglieder sensibiliseren
  • gemeinsames Ideen-Brainstorming
  • jährliche Aktion zum Thema Energiesparen für Vereine
  • den Strom- und Gasversorger wechseln
  • Förderungen zur energetischen Sanierung beantragen

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