• Schatzmeister im Verein: Aufgaben und Pflichten

    Was sind die Aufgaben und Pflichten eines Schatzmeisters im Verein? Wir geben euch einen Überblick.

    Zu den wichtigsten Aufgaben im Verein gehört das Verwalten und Überwachen der Finanzen. Deshalb ist es sinnvoll, diesem Aufgabenbereich eine eigene Funktion zu geben: ein Schatzmeister bzw. eine Schatzmeisterin.  

    Gesetzlich ist es nicht vorgeschrieben, dass euer Verein eine*n Schatzmeister*in haben muss. Ab einer gewissen Vereinsgröße ist es aber empfehlenswert, eine verantwortliche Person zu benennen.

    Bei vielen Vereinen gehört diese Person zum Vereinsvorstand (neben dem oder der ersten Vorsitzenden und dem oder der stellvertretenden Vorsitzenden).

    Was ihr lernen könnt:

    Was ist ein*e Schatzmeister*in?

    Ein*e Schatzmeister*in übernimmt die Verwaltung der Finanzen und Kassen in eurem Verein und trägt damit eine sehr hohe Verantwortung. 

    Der Schatzmeister wird durch die Mitgliederversammlung gewählt. Er ist gegenüber dem Vereinsvorstand, der Mitgliederversammlung und dem Finanzamt rechenschaftspflichtig. 

    Die Mitgliederversammlung entlastet den Schatzmeister. Schadenersatzansprüche gegen ihn können dann nicht mehr eingefordert werden, vorausgesetzt alle erforderlichen Informationen lagen vor.  

    Ein Schatzmeister wird auch Kassenwart, Kassier, Kassierer oder Kassenführer genannt.

    Welche Anforderungen sollte ein*e Kassenwart*in erfüllen?   

    Ein*e Kassenwart*in sollte sehr vertrauenswürdig, zuverlässig, gründlich und verantwortungsbewusst sein. Außerdem sollte er oder sie sehr gut mit Zahlen umgehen können und über kaufmännisches Wissen und Grundkenntnisse im Steuerrecht verfügen. 

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    Die 9 wichtigsten Aufgaben und Pflichten von Schatzmeister*innen im Überblick 

    Um eine reibungslose Finanzverwaltung sicherzustellen, kümmert sich ein*e Schatzmeister*in im Verein um diese konkreten Aufgaben:

    1. Mitglieder und Mitgliedsbeiträge betreuen

    • neue Mitglieder aufnehmen und Mitglieder abmelden
    • die Verwaltung der Mitglieder überwachen
    • Mitglieder in den einzelnen Abteilungen erfassen
    • Beiträge einziehen 
    • offene Mitgliedsbeiträge kontrollieren und gegebenenfalls Mahnungen verfassen und abschicken 
    • Anträge wegen Beitragsermäßigung, -stundung und -erlass bearbeiten

    2. Finanzen verwalten

    • den Zahlungsverkehr abwickeln
    • Bargeldgeschäfte und Barbelege kontrollieren
    • Konten prüfen, ob die Einnahmen und Ausgaben richtig zugeordnet wurden
    • für die Buchführung verantwortlich sein und dabei gesetzliche Buchführungsvorschriften einhalten
    • Forderungen und Verbindlichkeiten prüfen
    • kontrollieren, ob die Ausgaben mit den Satzungsvorschriften übereinstimmen und nach dem Grundsatz der Wirtschaftlichkeit getätigt wurden
    • die Grundsätze nach dem Prinzip der Wirtschaftlichkeit und der Sparsamkeit beachten
    • die Finanzbuchhaltung durchführen
    • den Jahresabschluss und die Einnahmenüberschussrechnung erstellen und prüfen
    • prüfen, ob steuerliche Vorschriften eingehalten wurden
    • eine Inventarliste erstellen
    • den Kassenbericht anfertigen und der Mitgliederversammlung präsentieren
    • den Vorstand und die Mitgliederversammlung regelmäßig über die finanzielle Situation des Vereins informieren

    3. Steuern und Vermögen verwalten

    • alle Steuerangelegenheiten im Verein vorbereiten und bearbeiten
    • die Steuererklärung erledigen
    • Steuern fristgerecht zahlen
    • Finanzdokumente verwalten und aufbewahren
    • Liegenschaften des Vereins betreuen

    4. Haushalt organisieren

    • den jährlichen Haushalt planen
    • Betriebsmittel und Vereinsartikel beschaffen
    • Betriebskosten, vermietete Vereinsgebäude und Vereinsveranstaltungen abrechnen
    • das Vereinsvermögen kontrollieren
    • die finanzielle Lage und zukünftige Zahlungsfähigkeit des Vereins überprüfen
    • Auslagen erstatten

    5. Vorstandstätigkeit ausüben

    • bei Vertragsverhandlungen unterstützen
    • vertragliche Vereinbarungen kontrollieren

    6. Finanzielle Mitarbeiterbelange handhaben

    • Gehälter, Übungsleiterfreibeträge, Ehrenamtspauschalen etc. abrechnen und auszahlen
    • Beiträge an Berufsgenossenschaften melden und zahlen
    • Arbeitgeberanteile bezahlen

    7. Spenden und Zuschüsse organisieren

    • Spenden annehmen 
    • Spendenquittungen ausstellen
    • Zuschüsse beantragen
    • Fördermöglichkeiten ermitteln
    •  die Verbandsstatistik erstellen

    8. Termine überwachen

    • Betriebskosten kontrollieren und abrechnen
    • die von der Mitgliederversammlung beschlossenen Ausgaben überprüfen
    • Abrechnungen gegenüber Behörden und Organisationen kontrollieren

    9. Rechenschaft ablegen

    • Rechenschaft gegenüber dem Vereinsvorstand, der Mitgliederversammlung und dem Finanzamt ablegen
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    FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Schatzmeister im Verein 

    Welche Funktion hat ein*e Schatzmeister*in?

    Eine Schatzmeister*in ist für die Finanzverwaltung in einem Verein verantwortlich und heißt auch Kassenwart*in oder Kassierer*in. 

    Er oder sie hat vielfältige Aufgaben: Unter anderem die Verwaltung des Vereinsvermögens, das Einziehen der Mitgliedsbeiträge, das Sammeln von Spenden und das Beantragen von Zuschüssen. 

    Wann endet die Amtszeit eine*r Schatzmeister*in?

    Die Amtszeit endet entweder zum vereinbarten Zeitpunkt. Oder das Amt kann dem oder der Kassenwart*in entzogen werden bei grober Fahrlässigkeit (zum Beispiel wenn die Vereinskasse nicht korrekt geführt wurde), da das Vertrauensverhältnis zerstört ist. 

    Was passiert, wenn der oder die Kassierer*in Fehler übersieht?

    Wenn einem Profi (zum Beispiel eine*r Mitarbeiter*in einer Bank oder einer Steuerkanzlei) ein Fehler durchgeht, ist diese Person dafür haftbar. Macht ein*e ehrenamtliche*r Kassierer*in diesen Fehler, haftet diese Person nur, wenn sie grob fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt hat – ansonsten nicht.

    Fazit: Der Aufgabenbereich eine*r Schatzmeister*in ist sehr vielfältig und anspruchsvoll

    Ein*e Schatzmeister*in trägt viel Verantwortung und sorgt durch seine oder ihre umfangreichen Aufgaben ganz wesentlich dafür, dass euer Verein nicht in eine finanzielle Notlage gerät. Daher ist es wichtig, für diese Aufgaben eine geeignete Person zu wählen.

    Ihr solltet dieser Person auf der einen Seite absolut vertrauen können. Auf der anderen Seite solltet ihr sie für diese umfangreiche Arbeit wertschätzen. Das trägt auch zu einem besseren Vereinsklima bei.  

    Ihr habt Probleme dabei, eine*n neue*n Schatzmeister*in Kassenwart zu finden? Mit unserem Programm „Hauptamt-ready“ unterstützen wir euch dabei, eine hauptamtliche Stelle im Verein zu schaffen und eure ehrenamtlichen Vereinsmitglieder zu entlasten.

  • Aufwandsentschädigung im Verein – So schafft ihr einen finanziellen Ausgleich fürs Ehrenamt

    Eine Aufwandsentschädigung im Verein würdigt und entlohnt alle im Ehrenamt. Hier erfahrt ihr, wer sie bekommen darf & worauf ihr achten solltet.

    Habt ihr in eurem Verein schon mal versucht, ein Ehrenamt zu besetzen – und es ließ sich partout niemand finden?

    Dann seid ihr in guter Gesellschaft, denn so geht es vielen Vereinen. Ohne die engagierte und oft unentgeltliche Arbeit von Freiwilligen könnten die anfallenden Aufgaben oft gar nicht bewältigt werden. Doch Ehrenämter sind nicht leicht zu besetzen, denn in der Regel gibt es mehr zu tun, als Freiwillige leisten können oder wollen. Das führt dann dazu, dass Aufgaben liegenbleiben. 

    Eine Aufwandsentschädigung kann Abhilfe schaffen. Sie sorgt für mehr Interesse an Ehrenämtern und macht es so leichter, offene Stellen zu besetzen. Dadurch werden alle im Verein entlastet. 

    Wie du Aufwandsentschädigungen für deinen Verein nutzen kannst, erklären wir dir in diesem Artikel.

    Was ist eine Aufwandsentschädigung?

    Eine Aufwandsentschädigung ist per Definition eine monetäre Gegenleistung für die Arbeitszeit, die eine Person einem gemeinnützigen Verein zur Verfügung gestellt hat. Gemeint ist dabei konkret die Arbeit, die sie ehrenamtlich für einen Verein geleistet hat. 

    Welche Arten der Aufwandsentschädigung gibt es?

    Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten, den Arbeitsaufwand ehrenamtlicher Helfer*innen mit einer kleinen Summe zu entlohnen. Wir stellen sie dir kurz vor.

    Ehrenamtspauschale

    Eine Ehrenamtspauschale ist eine Aufwandsentschädigung, die für ehrenamtliche Tätigkeit gezahlt werden kann. Dabei ist zu beachten, dass Ehrenamtliche laut §3 Absatz 26a des Einkommensteuergesetzes nur maximal 840 Euro pro Jahr (Stand 2022) steuerfrei mit einer solchen Pauschale verdienen dürfen. Das sind etwa 70 Euro pro Monat. Alles darüber muss versteuert werden.

    Übungsleiterpauschale

    Eine Übungsleiterpauschale stellt dagegen besondere Anforderungen an die Tätigkeit. Als Übungsleiter*in darf nur pauschal entschädigt werden, wer einer ehrenamtlichen pädagogischen, künstlerischen oder pflegerischen Tätigkeit in einem Verein nachgeht. Dazu zählen unter anderem Trainer*innen, Dozent*innen, Betreuer*innen, Ausbilder*innen, Erzieher*innen oder Pfleger*innen. 

    Sie dürfen im Jahr bis zu 3.000 Euro steuerfrei (§3 Absatz 26 EstG) dazu verdienen. Was darüber hinausgeht, muss wie bei der Ehrenamtspauschale auch versteuert werden. 

    Welche Voraussetzungen gelten für Aufwandsentschädigungen?

    Nicht jede Person darf eine Aufwandsentschädigung bekommen. Es gibt einige Voraussetzungen und Einschränkungen, die ihr beachten solltet.

    Vorstand ist ausgenommen

    Vorstände sind generell “unentgeltlich tätig”, so sagt es §27 Satz 3 des BGB. Damit ist der Vorstand von Aufwandsentschädigungen erst einmal ausgenommen. 

    Um dem Vorstand doch eine Entschädigung für seine geleistete Arbeit zahlen zu können, muss in der Satzung eine entsprechende Regelung festgehalten werden. Das gilt ebenso, wenn Pauschalen an Helfer*innen gezahlt werden sollen, die nicht zum Vorstand gehören. 

    Arbeit muss im Nebenerwerb stattfinden

    Wer eine der pauschalen Aufwandsentschädigungen beziehen möchte, darf nur nebenberuflich im Verein tätig sein. Die Person kann also nicht Vollzeit im Verein arbeiten und die über die Ehrenamtspauschale hinausgehenden Einnahmen einfach versteuern. 

    Als Faustregel gilt: Sie darf nur maximal ein Drittel der Zeit, die sie für ihren Hauptberuf aufwendet, im Ehrenamt tätig sein.

    Ehrenamt muss dem richtigen Zweck dienen

    Eine Pauschale darf nur gezahlt werden, wenn das Ehrenamt einem gemeinnützigen, mildtätigen (Unterstützung einzelner Hilfsbedürftiger) oder kirchlichen Zweck dient.  

    Entsprechend darf ein Ehrenamt nur in gemeinnützigen, kirchlichen oder öffentlich-rechtlichen Körperschaften (z. B. auch Schulen und Universitäten) pauschal entschädigt werden.

    Daraus folgt, dass eine ehrenamtliche Tätigkeit keinem kommerziellen Zweck dienen darf. Betreiber*innen der Vereinskneipe oder Verantwortlichen für Sponsoren steht keine Ehrenamtspauschale zu.

    Aufwandsentschädigung ist an die Tätigkeit gebunden

    Eine Ehrenamts- oder Übungsleiterpauschale darf für eine konkrete Tätigkeit auch nur einmal gezahlt werden. Wenn also der Vereinsrasen von einem ehrenamtlichen Helfer gemäht wird, kann für diese Tätigkeit kein zweites Ehrenamt vergütet werden. 

    Es ist daher stets ratsam, in Ehrenamtsverträgen die genauen Tätigkeiten festzuhalten.

    Pauschalen gelten nur einmal pro Jahr und Person

    Der Freibeträge von 840 Euro bzw. 3.000 Euro dürfen nur einmal pro Jahr geltend gemacht werden. Wenn eine Person also in mehreren Vereinen ehrenamtlich hilft, darf sie nur in einem Verein eine Aufwandsentschädigung in Anspruch nehmen.

    Aufwandsentschädigung vs. Aufwendungsersatz

    Achtung: Verwechselt die Aufwandsentschädigung nicht mit dem Aufwendungsersatz (auch Aufwandsersatz). Ein Aufwendungsersatz steht grundsätzlich jedem zu, auch dem Vorstand, wenn im Interesse des Vereins Auslagen entstanden sind. Dazu gehören zum Beispiel:

    • Nutzung des privaten Fahrzeugs
    • Nutzung des privaten Telefons
    • Versandkosten
    • Kosten für Reise und Unterbringung

    Wenn du beispielsweise mit dem privaten Fahrzeug zu einem Kongress eines Dachverbandes fährst und dafür in ein Hotel eincheckst, kannst du dir die Kosten vom Verein in der Regel erstatten lassen. Es darf aber niemals die Arbeitszeit erstattet werden, sondern nur die reine finanzielle Aufwendung. 

    Fazit: Aufwandsentschädigung oder doch Hauptamt – Was ist sinnvoll?

    Ein Ehrenamt ist immer ein freiwilliges Engagement. Nicht jede*r hat ausreichend Zeit und Kraft, sich neben dem Hauptberuf und privaten Verpflichtungen noch unentgeltlich für einen guten Zweck einzusetzen. Das merken auch viele Vereine, denn für sie wird es immer schwieriger, ihre Ehrenämter zu besetzen.

    Eine Aufwandsentschädigung kann einen Anreiz bieten, doch noch aktiv zu werden. Durch den Obolus fühlen sich Freiwillige in ihrem Einsatz wertgeschätzt und können ihr Gehalt ein wenig aufstocken. Und je mehr Ehrenämter ausgefüllt werden, desto ausgeglichener sind die Aufgaben im Verein verteilt, was allen zugutekommt. 

    Bei einer Einsatzzeit von weniger als fünf Stunden pro Monat macht eine Aufwandsentschädigung allerdings wenig Sinn. Der bürokratische Aufwand für euren Verein würde den Nutzen wahrscheinlich übersteigen. 

    Bei einem Engagement, das fünf Stunden pro Woche übersteigt, könnt ihr auch über ein Hauptamt nachdenken. Ein Minijob ist beispielsweise mit einer Ehrenamtspauschale kombinierbar. Es muss dann ein Anstellungsvertrag mit dem Verein geschlossen werden. Gleiches gilt für den Arbeitnehmerpauschbetrag von 1.000 Euro jährlich, wobei für dieses Konstrukt keine andere Anstellung vorhanden sein darf. 

    Es sind aber auch Teilzeit- oder sogar Vollzeitstellen denkbar. Viele größere Vereine haben besondere Vertreter ernannt, die je nach Aufgabenverteilung im Verein bestimmte Verantwortungsbereiche in einem Anstellungsverhältnis übernehmen. Das könnten beispielsweise die Geschäftsführung oder die Öffentlichkeitsarbeit sein. 

    Wenn du wissen möchtest, inwiefern Aufwandsentschädigungen oder Hauptämter in deinem Verein sinnvoll sind, beraten wir dich gern in unserem Programm Hauptamt-Ready.

  • Was, wenn alle Sportvereine ihren Mitgliedsbeitrag um 7 Euro erhöhen? Ein Gedankenexperiment

    1,61 Milliarden Euro – jedes Jahr. Kann man machen.

    8 Euro – so hoch ist laut Sportentwicklungsbericht 2017/2018 der durchschnittliche Mitgliedsbeitrag in einem Sportverein für Erwachsene (für Kinder beläuft er sich auf 3€ im Monat).
    Hierfür bekommen die Mitglieder im besten Fall:

    • Mehrmals die Woche Training
    • ein lizenziertes Trainer*innenteam
    • einen organisierten Wettbewerbs-Spielbetrieb mit Schiedsrichterinnen, Kampfgericht und mehr
    • Zugang zu städtischen Hallenzeiten
    • Bälle und Trikots zur Verfügung
    • Turniere, Camps, Sommerfeste oder Barbeques mit der Vereins-Community

    Runtergebrochen sind das:

    • 2 Euro pro Woche
    • oder 50 Cent pro Trainingseinheit (bei zwei Trainingseinheiten die Woche)
    • oder 33 Cent, wenn man den Spieltag noch mit einberechnet.

    Gut, 50 Cent pro Trainings-Einheit für die einzelne Person. Aber wenn hunderte Mitglieder trainieren, dann lohnt sich das doch für den Verein!?

    Nicht ganz. Sportvereine können nicht bis ins Unendliche wachsen.

    So können Basketball-Teams meist nicht mehr als 15-18 Spieler*innen aufnehmen, dann muss meist eine zweite Mannschaft aufgebaut werden – mit entsprechenden Kosten. Auch sind Sportvereine an lokale Grenzen gebunden. So werden Kinder aus einem Ort oder Stadtbezirk seltener den Weg in einen Sportverein aus einem anderen Dorf oder Stadtbezirk finden.

    50 Cent pro Trainingseinheit bei wenns hoch kommt 18 Spieler*innen. Das macht höchstens 9 Euro pro Trainingseinheit.

    Der Mindestlohn alleine liegt bei rund 10 Euro pro Stunde. Man muss kein BWL-Studium haben, um zu erkennen: Das rechnet sich nicht.

    Dass Vereine chronisch unterfinanziert und jeden Cent dreimal umdrehen müssen, sollte spätestens jetzt niemanden mehr überraschen.

    Dabei muss das gar nicht sein.

    Vereine erhalten bereits jetzt fast den doppelten Mitgliedsbeitrag vom Bund für z.B. Kinder und Jugendliche aus Familien, die wenig Geld haben

    Denn laut Teilhabe-Paket erhalten Vereine pauschal 15€ pro Monat für Mitgliedsbeiträge und damit beinahe das Doppelte von dem, was sie von Nicht-Arbeitslosen verlangen, die laut Studien im Sportverein im Übrigen auch zumeist aus gehobenen Bildungsschichten kommen.

    Wir starten deshalb ein kleines Gedankenexperiment: Was könnte es bedeuten, wenn alle Sportvereine ihren Mitgliedsbeitrag um 7 Euro erhöhen würden und damit der Schnitt auf 15€ pro Monat steigt?

    1,61 Milliarden Euro mehr pro Jahr – ohne einen Förder-Antrag stellen zu müssen

    Im deutschen Sport gibt es vor Corona rund 24 Millionen Mitgliedschaften. Nehmen wir an, dass davon 20% nicht vom Teilhabe-Paket gefördert werden und es sich auch sonst nicht leisten können, dann sind wir bei 19,2 Millionen Mitgliedschaften.

    Wenn 19,2 Millionen Mitglieder 7 Euro mehr Mitgliedsbeitrag im Monat bezahlen, sind das:

    • 134,4 Millionen Euro mehr pro Monat oder auch
    • 1,61 Milliarden Euro mehr pro Jahr.

    Bis 2030 wären das 14,45 Milliarden Euro, die in deutsche Sportvereine fließen könnten.

    Für das zusätzliche Geld müssten Vereine auch keine zusätzliche Zeit aufwenden. Denn das wäre notwendig, um die gleiche Summe über Fördergelder von der Kommune, dem Bund, Spender*innen oder Sponsoren zu erhalten. Zeit, die den Ehrenamtlichen dann wiederum fehlt, die so wichtigen gesellschaftlichen Projekte umzusetzen, für die sie aber eigentlich ehrenamtlich tätig sein wollen.

    Nicht mit einberechnet haben wir, dass Vereine mit mehr Geld auch mehr Mitglieder gewinnen. Denn die kommen vor allem dann, wenn sich jemand darum kümmert, neue Mitglieder in den Verein zu holen. Und laut des Surveys 2017 des Marktforschungsinstituts „Zivilgesellschaft in Zahlen“ steigen die Mitgliederzahlen in den Vereinen, die neben dem Ehrenamt noch zusätzlich bezahltes Personal eingestellt haben. Personal, welches Vereine sich nur leisten können, wenn es eine nachhaltige Gegenfinanzierung für die Personalstellen gibt.

    Nur eine der Möglichkeiten, die sich Vereinen eröffnen würden, wenn sie dieses Geld zur Verfügung hätten. Wir zeigen euch deswegen auf, was man mit dem Geld alles machen könnte.

    Was bedeutet es für Deutschland, wenn Sportvereine 1,61 Milliarden Euro jährlich mehr zur Verfügung haben?

    32.000 Vollzeitstellen oder 64.000 Teilzeitstellen oder 535.000 Übungsleitende

    Eine 3.500 Euro Brutto-Vollzeitstelle kostet einen Verein mit Sozialabgaben rund 50.400 Euro im Jahr. Mit 1,61 Milliarden Euro mehr im Jahr könnten damit also rund 32.000 Vollzeitstellen geschaffen werden.

    Menschen, die sich den ganzen Tag um nichts anderes kümmern, als hunderttausende Ehrenamtliche zu entlasten, weitere Ehrenamtliche für den Verein zu gewinnen, mehr Kinder wieder in den Verein und damit in Bewegung zu bekommen, mehr Bevölkerungsgruppen zu integrieren, die sonst nicht den Weg in den Sportverein finden und professionelle und nachhaltige Strukturen aufzubauen.

    Kurze Erinnerung: Für die Absicherung von einigen zehntausenden Arbeitsplätzen bei Lufthansa hat der Bund 9 Milliarden Euro Kredit bereitgestellt.

    Vollzeit braucht nicht jeder Verein? Ok, wir nehmen auch 64.000 Teilzeit-Jobs für die vielen Menschen, die gern mehr sinnstiftende Arbeit machen möchten, es aber zum aktuellen Zeitpunkt nicht können. Es gibt so gut wie keine bezahlte Arbeit in Sportvereinen.

    Du findest, Übungsleiter*innenpauschale reicht aus, es muss ja nicht immer gleich Hauptamt sein? Dann sag „Hallo“ zu rund 535.000 neuen Übungsleiter*innen á 250€ pro Monat, die unsere Kinder trainieren oder Schul-AG’s betreuen.

    405 Sportanlagen oder 4.025 Freilufthallen

    Eure Sportanlagen bräuchten dringend eine Sanierung? Es tropft durchs Dach und die Halle ist von vorvorgestern? Es gibt zu wenige Sportanlagen, so dass ihr um jede Hallenzeit kämpfen müsst? Mit 1,61 Milliarden Euro kann man ein paar davon bauen.

    Nehmen wir mal an, eine Sportanlage kostet 4 Millionen Euro, dann könnten 405,2 Hallen gebaut werden – jedes Jahr. Freilufthallen sind mit 400.000 € günstiger. Davon könnten also 4.025 gebaut werden – wie gesagt, jedes Jahr.

    1,6 Millionen Trikotsätze

    Bezahlte Arbeit und Hallen sind dir zu groß gedacht? Reicht ja auch, wenn erstmal alle was zum Anziehen haben. 1.000€ pro Trikotsatz, dafür könnten 1.6 Millionen Teams ausgestattet werden. „Fair produzierte Trikots können wir uns nicht leisten“ wäre dann wohl kein Argument mehr.

    5,36 Millionen Workshops für Kinderschutz, Anti-Diskriminierung oder Gewaltprävention

    Nehmen wir an, Vereine zahlen 300€ für 3-stündige Workshops, z.B. um den Kinderschutz in Vereinen sicherzustellen, Kinder und Trainer*innen in Themen wie Gewaltprävention, gewaltfreie Kommunikation, Kinderschutz oder Anti-Diskriminierung auszubilden, so wären das rund 5,36 Millionen Workshops oder auch 16 Millionen Stunden, die unsere Kinder in gesellschaftlich relevanten Themen weiterbilden.

    Realistischerweise ist das Geld nicht bei jedem Verein gleich verteilt, da jeder Verein eine unterschiedliche Anzahl an Mitgliedern hat und Vereine sich selten ihre Mitgliedseinnahmen teilen. Was bedeutet es also für einen einzelnen Verein?

    Was 7€ Mitgliedsbeitrags-Erhöhung für die verschiedenen Vereinsgrößen bedeuten

    Verein mit 100 Mitgliedern

    Ein Verein mit 100 Mitgliedern könnte mit einer Erhöhung des Mitgliedsbeitrages um 7 Euro einen 450-Euro-Job aufbauen. Buchhaltung, Social Media, den Newsletter schreiben, der schon seit Monaten geplant ist, das Vereinsfest planen, das niemand übernehmen will – darum könnte sich jemand rund 8 Stunden pro Woche kümmern.

    Bei 42 Arbeitswochen (abzüglich Urlaub, Krankheit etc.) wären das zusätzliche 336 Stunden für die gute Sache.

    Weitere 100 Euro könnten zurückgelegt werden für schwere Zeiten oder in Workshops für Kinderschutz gesteckt werden.

    Verein mit 200 Mitgliedern

    Bei 200 Mitgliedern wäre eine sozialversicherungspflichtiger Midijob leicht finanzierbar, der einen Verein rund 1.000€ im Monat kostet – inklusive Sozialabgaben.

    65 Stunden im Monat könnte dann eine Person den Vorstand entlasten und beispielsweise Fördergelder beantragen oder Crowdfunding-Kampagnen umsetzen. Wer eher auf hauptamtliche Trainer*innen setzt, kann so Schul-AG’s am Nachmittag betreuen und zusätzliches Geld in die Kasse spülen.

    Mit weiteren 400€ im Monat könnte eine Ombudsperson für Kinderschutz und Anti-Diskriminierung eingestellt werden, die dafür sorgt, dass die Kinder nicht nur auf dem Papier geschützt sind.



    Verein mit 500 Mitgliedern

    Bei 500 Mitgliedern wäre das eine gute Teilzeit-Stelle, die nachhaltig refinanzierbar wäre. 80 Stunden im Monat könnte dann eine Person den Vorstand entlastet. Das sind 960 Stunden im Jahr! Damit können ein paar der „machen wir nächsten, übernächsten, ok überübernächsten Monat, lass mal auf nächstes Jahr schieben“ – Projekte auch mal aus der Schublade herausgeholt werden.

    Zum Vergleich: Um dieselbe Zeit mit Ehrenamtlichen zu füllen, wären zusätzliche 3,4 Ehrenamtliche notwendig, die zuverlässig die im Schnitt 6 Stunden Woche Freizeitopfer bringen.

    Verein mit 1.000 Mitgliedern

    Bei 1.000 Mitgliedern wären das 84.000€ im Jahr. Eine Vollzeitstelle ist damit mehr als drin.

    Das wären 1.680 zusätzliche Stunden, um wichtige gesellschaftliche Projekte umzusetzen. Zum Vergleich: 6,7 zusätzliche Ehrenamtliche wären sonst notwendig.

    Wer das Geld nicht gleich komplett für zusätzliche Zeit ausgeben möchte, kann sich auch überlegen, eine Stelle mit einem benachbarten Verein zu teilen. Ein Teil des zusätzlichen Geldes könnte dann auch in Materielles gesteckt werden. Trikots, Bälle, weitere Ausrüstung, Jugend-Camps, gemeinsame Vereinsfeste, die die Gemeinschaft stärken. The sky is the limit.

    Eine 7 Euro-Erhöhung eröffnet den Vereinen vor allem ein: mehr Gestaltungsspielraum.

    7 Euro mehr. Das ist aber ganz schön viel!

    Wirklich? Wir wollen deshalb das Ganze ein wenig in Perspektive rücken.

    Erinnerst du dich noch, als du letztens Essen gehen warst? Weißt du noch, da, wo du 15€ gezahlt hast, um für genau 1 Stunde ein Gericht und ein Getränk zu dir zu nehmen? Oder als du dir abends für 8€ noch schnell einen Cocktail gekauft hast, von dem du genau 1 Stunde etwas hattest?

    Findest du jetzt beispielsweise 15 Euro Mitgliedsbeitrag immer noch viel für eine Leistung, von der du im Monat knapp 12 Stunden profitierst, bei der du Freunde fürs Leben kennenlernst und zudem etwas für deine Gesundheit tust, sodass du dir tausende Euros im Alter einsparst?

    Laut unseren Berechnungen müssten Vereine im Übrigen einen Mitgliedsbeitrag von 35 bis 50 Euro verlangen, um alle Kosten zu decken. Es handelt sich also selbst mit 7 Euro mehr immer noch nur um einen Solidaritätsbeitrag.

    Benachteiligt eine Erhöhung des Mitgliedsbeitrags nicht einkommensschwache Familien?

    Glücklicherweise gibt es in jedem Sportverein den ermäßigten Mitgliedsbeitrag, z.B. für Studenten, Azubis, Rentner*innen oder Arbeitslose. Kinder und Jugendliche von Sozialhilfe- und Wohngeld-Empfänger*innen werden – wie oben erwähnt – mit 15 Euro pro Monat über das Teilhabepaket von der öffentlichen Hand bezuschusst.

    Eine Erhöhung würde also vor allem die betreffen, die sich auch das zweite Auto, das Haus mit Garten und das Essen im Biomarkt aus dem Ärmel schütteln und auch mal gerne 15 Euro für einmal Essen gehen auf den Tisch legen.

    Und zu dieser Kategorie gehören die meisten Vereinsmitglieder: Laut dem Freiwilligensurvey verfügt die Hälfte der Vereinsmitglieder über einen hohen Bildungsgrad. Die Chance, dass ein Kind aus einem sozialschwachen Haushalt Mitglied in einem Sportverein ist, ist um 66% niedriger als bei allen anderen Einkommensgruppen – trotz unvorstellbar niedriger Mitgliedsbeiträge. Daran kann es also nicht alleine liegen.

    Unsere Hypothese: Kinder aus einkommensschwachen Familien kommen in den Verein, weil sie dort aktiv abgeholt werden – von Menschen, die sich darum kümmern. Zu Arbeitszeiten, in denen Ehrenamtliche oft nicht können.

    Das sieht im Übrigen auch der DOSB so. Laut DOSB Bericht „Sport ist fair?!“ sollten Sportvereine aktiv auf sozial Benachteiligte zugehen, feste Bezugspersonen anbieten und eng mit Schulen und Kindergärten zusammenarbeiten, um diese für sich zu gewinnen.

    Und damit schließt sich der Kreis: eine finanzierte Stelle beim Verein könnte auch dafür eingesetzt werden, um sozial Benachteiligte anzusprechen und zu fördern – vielleicht sogar mehr, als es ein niedriger Mitgliedsbeitrag könnte.

    Ging doch vorher auch so!

    Wir wissen, dass der Mitgliedsbeitrag ein sensibles Thema ist. Die (bisher ein klein wenig verwöhnten) Mitglieder fragen sich: Warum plötzlich mehr Geld bezahlen? Ging doch vorher auch so!

    Ging es wirklich vorher auch so?

    Wenn du einen Preis bezahlst, der die Kosten dahinter nicht deckt, bezahlen die Differenz andere.

    Unterbezahlte Trainer*innen, ausgebrannte Vorstände

    Und so gehen niedrige Mitgliedsbeiträge meist zu Lasten unterbezahlter Trainerinnen, deren Gehälter die Mindestlohngrenze selten bis nie erreichen. Zweimal Training die Woche plus Spieltag plus Organisation mit den Eltern. Dafür bekommen Trainerinnen nicht selten die stolze Summe von 50€ Übungsleiterpauschale pro Monat aufs Konto überwiesen – wenn überhaupt.

    Bei 2 Trainingseinheiten die Woche á 1,5 Stunden sowie Spielbetrieb mit z.B. 16 Spielen á 2 Stunden, sind das 152 Stunden im Jahr (abzüglich der Ferien). Das macht einen Stundenlohn von 3,90€. Zur Erinnerung: Der Mindestlohn liegt mit 9,60€ pro Stunde knapp dreimal so hoch.

    Hinzu kommen Ehrenamtliche, die sich aufopfern (müssen), weil es anders nicht geht. Laut Engagementstiftung Mecklenburg-Vorpommern ist der Spagat zwischen Vollzeitberuf, Familie und Ehrenamt nur durch totale Selbstaufopferung möglich. „Immer die Gleichen“, die sich nach 40 Stunden Job und 2 bis 3 Kinder ins Bett bringen dann noch an den PC setzen, weil es „sonst keiner macht“. Laut Sportentwicklungsbericht im Schnitt 6 Stunden die Woche – in der Realität sind die aber nicht gleich verteilt. Laut unseren Interviews verbringen 1-2 Hochengagierte bis zu 20 Stunden die Woche unbezahlt mit der Organisation des Vereins. Die restlichen Ehrenamtlichen bringen dann enstprechend weniger ein.

    Das bedeutet: Ein bis zwei Personen opfern ihre private Freizeit, damit hunderte – meist aus hohen Bildungsschichten stammende Mitglieder – nicht ein paar Euro mehr im Monat bezahlen (müssen).

    Das bedeutet: Die Kosten werden von Privatpersonen getragen, aber die positiven Auswirkungen auf die Gesellschaft, davon profitiert am Ende Alle. Wir privatisieren die Kosten und vergesellschaftlichen die Gewinne.

    Ist das fair?

    Fehlende gesellschaftliche Wirkung

    Zu guter Letzt tragen wir alle die Kosten. Denn ohne die entsprechenden Zeit- und Geld-Ressourcen können Sportvereine ihr Angebot nicht erweitern, nicht verbessern und ihre soziale Bildungswirkung nicht vollständig entfachen.

    Zusätzliche Angebote für Mädchen, Ältere, Obdachlose, Flüchtlinge, Behinderte, Kinderschutz-, Anti-Diskriminierungs- und Gewaltpräventions-Maßnahmen? Dafür benötigt Ehrenamtliche viel Zeit und Energie. Energie, die sie aber aktuell damit verbringen müssen, Geld von irgendwo anders, als den eigenen Mitgliedern zu bekommen, um die horrenden Lücken zu schließen. Die Folge unter anderem: 23% der Sportvereine engagieren sich nicht aktiv im Kinderschutz. Neben dem Spielbetrieb bleibt meist einfach keine Zeit.

    Wer sich gut ausgebildete Trainer*innen, intakte Sporthallen, hochwertige Sportgeräte, ein reibungsloses Vereinsleben und viel gesellschaftliche Wirkung wünscht, der wird nicht darum herumkommen, einen Blick auf den dafür notwendigen solidarischen Beitrag zu werfen.

    Fazit / Take-Aways

    Wir fassen zusammen:
    • 32.000 Vollzeit-Jobs und damit 1.680 mehr Stunden
    • 64.000 Teilzeit-Jobs und damit 890 mehr Stunden
    • 535.000 Übungsleiter*innen
    • 402 Sporthallen
    • 4025 Leichtbauhallen
    • 1.600.000 Trikotsätze

    wären möglich, wenn sich der Mitgliedsbeitrag in allen Sportvereinen um 7€ erhöhen würde.

    Da die meisten Mitglieder aus hohen Bildungsschichten stammen, ist es nicht nur eine Frages des Geldes.

    Es ist auch eine Frage der Wertschätzung – gegenüber den Ideen und Visionen der Ehrenamtlichen, die so auch umgesetzt werden können. Und gegenüber den Trainer*innen, die sich ihre Freizeit dafür nehmen, unsere Kinder zu besseren Menschen auszubilden.

    Jeder zahlt ein wenig, und am Ende haben alle viel davon. Eine Erhöhung um 7€ ist für das, was wir als Gesellschaft dafür bekommen, also eigentlich fast noch zu klein gedacht.

  • Die finanzielle Reichweite. Der vielleicht wichtigste Finanzbegriff für deinen Verein

    Stefan Merath hat mehrere Unternehmen gegründet. In einem E-Book erklärt er den aus seiner Sicht „wichtigsten Finanzbegriff, den man kennen sollte“.

    In unserem letzten Artikel haben wir 6 ungewöhnlichen Finanz-Ziele für deinen Verein vorgestellt. Eines dieser Finanz-Ziele ist: „Nachts ruhig schlafen können.“

    Kein Geld auf dem Konto zu haben und kurz vor der Pleite zu stehen führt sehr wahrscheinlich zu weniger Schlaf.

    Viele Vereine und ihre Vorstände durchleben mit der Corona-Pandemie in diesem Moment eine solche Krise. Der DOSB rechnet mit einem Mitgliederschwund von bis zu 3 Millionen Menschen bis 2021 – innerhalb eines Jahres. Einnahmen aus Turnieren und Spielbetrieb sind von jetzt auf gleich bei vielen Vereinen auf 0 gesunken.

    Aber neben Corona gibt es noch zahlreiche Situationen, die deinen Verein in eine Krise stürzen können. Vielleicht kommt eine Abteilung nicht mit dem Trainer klar und wandert komplett zum Nachbarverein. Euer Großsponsor, der bisher alles bezahlt hat, springt von heute auf morgen ab. Oder Fördergelder, mit denen ihr gerechnet habt, werden doch nicht zugesagt. Es gibt unzählige Situationen, die euch finanziell kurzfristig in große Schwierigkeiten bringen können.

    Für diese Fälle gibt es eine Lösung: die finanzielle Reichweite.

    Was ist die finanzielle Reichweite?

    Stefan Merath ist Unternehmensberater und hat selbst mehrere Unternehmen gegründet und geführt. In einem E-Book erklärt er das Prinzip der „finanziellen Reichweite“, den aus seiner Sicht „wichtigsten Finanzbegriff, den man kennen sollte“.

    Die finanzielle Reichweite ist eine Kennzahl und zeigt dir:
    Wie viele Monate überlebst du, wenn alle deine Einnahmen auf 0 sinken? (Dank Corona hinterfragt jetzt auch niemand mehr, ob das wirklich passieren kann…)

    Seine Vorgabe:

    • Alles unter 3 Monate ist Alarmstufe Rot
    • von 3 bis 6 Monaten ist Gelb
    • idealerweise hat eine Organisation aber mehr als 6 Monate Überbrückungsgeld


    Soll heißen: Im Idealfall hat dein Verein soviel Geld zurückgelegt, dass er im Krisenfall 6 Monate überleben kann, ohne dass ein Cent auf der Einnahmen-Seite auftaucht.

    Bekannt vorkommen könnte dir das aus deinen eigenen Finanzen. Bei Privatpersonen spricht man klassisch von 3 Netto-Monatsgehältern, die dir im Falle eines Jobverlusts helfen, etwas Neues zu finden. Das Prinzip ist das Gleiche, nur eben für Organisationen.

    Wie hoch ist die finanzielle Reichweite deines Vereins?

    Um herauszufinden, wie hoch deine finanzielle Reichweite ist, nimmst du laut Stefan Merath alle deine verfügbaren Zahlungsmittel (also zum Beispiel das Geld auf deinem Konto) und teilst diese durch die fixen Kosten, die dir jeden Monat entstehen (z.B. Trainer*innen-Gehälter, Versicherungen, Miete, Lizenzgebühren).

    Tipp: Fixe und variable Kosten, ist dir alles zu kompliziert? Keine Lust dich einzulesen? Dann nimm aus Gründen der Einfachheit den Schnitt aller Ausgaben, die dir monatlich entstehen.

    Hier ein vereinfachtes Rechenbeispiel:

    • Du hast 10.000€ auf dem Konto.
    • Du gibst jeden Monat rund 5.000€ aus.
    • Bedeutet: dein Verein überlebt Stand heute 2 Monate, wenn alle Einnahmen auf 0 sinken.

    Wenn diese Zahl bei 0-3 ist, ist laut Stefan Merath Zeit zu handeln. Jetzt.

    Wie baue ich eine finanzielle Reichweite auf?

    Finanz-Mogul Warren Buffet hat hier einen entscheidenden Tipp:


    „Don’t save what’s left after spending. Spend what’s left after saving.“

    Warren Buffet

    Egal, wie viel Geld du einnimmst – selbst wenn es nur 1.000€ im Monat sind -, es wird ein Teil davon für harte Zeiten zurückgelegt. Und zwar so, dass du keinen Zugriff darauf hast.

    Der Fokus liegt hier auf „Teil“ des vorhandenen Geldes. Beim oben genannten Rechenbeispiel hättest du Stand heute eigentlich kein Geld mehr zur Verfügung. Denn abzüglich der finanzielle Reichweite für 6 Monate wärst du jetzt bereits im Minus. Und das, obwohl du doch offensichtlich Geld auf dem Konto hast.

    Deswegen kann es hilfreich sein, das Geld nicht auf einmal zurückzulegen, sondern eine finanzielle Reichweite über einen Zeitraum von mehreren Jahren aufzubauen. Ausnahme: Ihr wisst gerade nicht, wohin mit dem Geld. Dann steht es euch natürlich frei, gleich die gesammte Summe zu blocken.

    Hier ist beispielsweise eine Planung für den Aufbau einer finanziellen Reichweite von 6 Monaten in einem Zeitrahmen von 5 Jahren.

    • Kosten pro Monat: 5.000 EUR
    • 6 Monate überleben: 30.000 EUR
    • Verteilt auf 5 Jahre: = 6.000 EUR pro Jahr = 500 EUR pro Monat

    Je länger du für den Aufbau einplanst, desto risikoreicher ist es für deinen Verein. Denn so lange kann immer etwas passieren, was deinen Verein ins Wanken bringt.

    Achtung: Das notwendige Guthaben für eine finanzielle Reichweite von 6 Monaten wächst mit deinen Ausgaben.

    Stellst du neue Trainerinnen oder eine Vereinsmanagerin ein, dann steigen logischerweise auch deine monatlichen Kosten. Deine finanzielle Reichweite muss dann mitwachsen. Helfen kann deshalb, sich einmal im halben Jahr anzuschauen, ob die Einzahlungen in die Rücklage überhaupt noch aktuell sind oder nach oben angepasst werden müssen. Diese Aufgabe kann im Zuge der Vorbereitung einer Mitgliederversammlung oder auch über den*die Finanzwart*in passieren.

    Was bringt es, eine finanzielle Reichweite aufzubauen?

    • Du hast mehr Sicherheit, um auch mal risikoreichere Entscheidungen zu treffen (wenn sich Menschen sicher fühlen, treffen sie mutigere Entscheidungen)
    • Deine Trainer*innen fühlen sich sicher, weil sie in Krisenzeiten nicht sofort um ihren Job bangen müssen.
    • Du bist unabhängiger von Banken und anderen fremden Geldgeberinnen, denn mit der finanziellen Reichweite bist du deine eigene Bank, die du schnell anzapfen kannst.
    • Du hast genug Überbrückungsgeld, um in Krisenzeiten verschiedene Optionen auszuprobieren und machst dich nicht abhängig von der Zustimmung von Fördergeldgebern oder Banken.
    • Aber am Wichtigsten: Du kannst auch in Krisenzeiten Ruhe bewahren und nachts ruhig schlafen.

    Wo taucht die Finanzielle Reichweite überall auf?

    In deiner jährlichen Budgetplanung:

    Die Rücklage muss mitfinanziert werden, z.B. durch die Mitgliedsbeiträge. Ein Grund, wieso 8 Euro Mitgliedsbeitrag im Monat häufig nicht ausreichen, um einen Verein stabil finanzieren zu können.

    Du kannst die Einzahlungen auf das Unterkonto „Rücklagen für Betriebsmittel (Finanzielle Reichweite)“ eintragen. Laut unserem Beispiel waren dies 6.000 EUR.

    Solltest du einen Überschuss machen, dann kannst du auch mehr in die Rücklage einplanen.

    So könnte beispielsweise deine Budgetplanung dann aussehen:

    Budgetplanung Reichweite 3

    In deiner Liquiditätsplanung:

    Analog zur Budgetplanung kannst du die monatlichen Zahlungen auch in der Liquiditätsplanung eintragen. So fließt jeden Monat 500€ in die „Rücklage Betriebsmittel“.

    (P.S. Auf die Liquiditätsplanung werden wir in einem späteren Artikel nochmal stärker eingehen.)

    Liquiplanung Reichweite 3

    In deiner Bankkonten-Struktur:

    Das Geld der finanziellen Reichtweite ist geblockt und steht damit nicht zur freien Verfügung. Im Idealfall hast du deshalb hierfür ein extra Konto, auf dem sich das Geld befindet. Wenn du z.B. als Abteilung kein Zugriff auf das Konto hast oder kein zweites Konto eröffnen kannst/willst, dann kannst du auch mit einer Excel-Liste arbeiten. Hierfür werden wir noch einen ausführlicheren Artikel erstellen.

    Bankkonten Reichweite 1

    Weitere häufige Fragen:

    Wieso gleich 6 Monate oder länger?

    Wer aktuell Rettungsschirme beantragt weiß: Geld beantragen heißt nicht gleich Geld bekommen. Kredite beantragen, eine Crowdfunding-Kampagne durchführen oder dich von Verträgen mit Kündigungsfristen von mehreren Monaten lösen. Eine finanzielle Reichweite gibt dir 6 Monate Zeit, alle diese Dinge anzugehen und sogar einen Fehlversuch zu machen. Für einen kleinen Verein mit wenigen fixen Kosten können aber auch

    Wann gehe ich an das Geld ran?

    Das einzige Ziel ist es, das Überleben in einer finanziellen Krise zu sichern. Es wird deshalb nur verwendet, wenn

    • deine zur verfügungstehenden Mittel ausgehen, dein Konto also eine Talfahrt gen Null macht
    • und gleichzeitig auch keine Einnahmen mehr erzielt werden.

    Nur dann wird auf das zurückgelegte Geld zurückgegriffen. Ansonsten wird das Geld nicht angerührt. Deswegen liegt das Geld im besten Fall auch auf einem extra Konto, sodass es aus dem Blickfeld ist.

    Der Krisenfall ist eingetreten. Was tue ich jetzt?

    Du bist in einer finanzielle Krise und das Geld auf deinem Bank-Konto geht gen Null. Du hast nun 6 Monate Zeit, dich zu fragen, woran es liegt und neue Erlösquellen zu erschließen (z.B. eine Crowdfunding-Kampagne zu starten, Kredite bei einer Bank oder bei deinen Mitgliedern anzufragen, oder sogar den Mitgliedsbeitrag nach oben anzupassen).

    Wichtig: Hast du den Engpass überwunden, solltest du – wie bei einem Kredit – das Geld später wieder dem Rücklagen-Konto hinzufügen.

    Wann soll ich mit dem Aufbau einer finanziellen Reichweite anfangen?

    Gestern. Wenn du größere finanzielle Speicher hast, leg alles in einem Rutsch zurück. Ansonsten lege dir einen 5-Jahres-Plan zurecht, bis du das notwendige Guthaben aufgebaut hast.

    Wie ist das mit der Gemeinnützigkeit vereinbar? Ich muss das Geld ja ausgeben.

    Die Pflicht, Mittel zeitnah zu verwenden, wird für kleine Körperschaften abgeschafft (§55 Abs. 1 Nr. 5 Satz 4 AO), wenn die Jahreseinnahmen nicht mehr als 45.000 Euro betragen.

    Rücklagen für Betriebsmittel dürfen zudem zurückgelegt werden. Im Zweifel kannst du auch mit dem Finanzamt sprechen und erklären, wofür das Geld auch längerfristig zurückgelegt wird.

    Mehr Infos dazu findest du hier.

    Soviel Geld einfach so rumliegen lassen?

    Es ist bei Privatpersonen der Normalfall, drei Netto-Monatsgehälter auf dem Konto vorrätig zu haben, es ist bei Unternehmen der Normalfall. Wieso sollte es bei Vereinen nicht der Normalfall sein?

    Zusammenfassung und Fazit:

    Der Aufbau einer finanziellen Reichweite hilft dir, Krisen gelassen angehen zu könnenn.

    Rechne hierfür den notwendigen Betrag aus, um 6 Monate überleben zu können, und zahle den dafür notwendigen Beitrag monatlich in ein Rücklagen-Konto ein.

    Mögliche Aufgaben, die sich hieraus für dich als Finanzwart*in ergeben:

    • Eine Entscheidung im Vorstand hierzu treffen und in der nächsten Mitgliederversammlung von den Mitgliedern über die Budgetplanung absegnen lassen.
    • Notwendiges Kapital für 6 Monate finanzielle Reichweite ausrechnen.
    • Finanzielle Reichweite in den Budgetplan einfügen (jährliche Summe).
    • Finanzielle Reichweite in die Liquiditätsplanung einfügen (monatliche Einzahlung).
    • Neues Bankkonto eröffnen oder optional ein weiteres Konto virtuell in Excel in die Liquiditätsplanung einfügen.
    • Nachts ruhig schlafen und sicher sein, dass man für die nächste Krise gut gewappnet ist.
  • 6 ungewöhnliche Finanzziele für deinen Verein

    „Nachts ruhig schlafen können und „sich nicht wegen Geld streiten“ sind unter anderem dabei.


    Das Leben ist eindeutig zu kurz für Stress. Grund genug, die Arbeit im Verein so stressfrei wie möglich zu gestalten und entsprechende Finanzziele zu formulieren.

    Geld ist hierbei ein großer Faktor. Es kann der Grund für viele Konflikte und schlaflose Nächte sein, gleichzeitig aber auch ermöglichen sich von Stress und Sorgen freizukaufen oder sich sicher zu fühlen.

    Jetzt könnte man sagen: ok super, wir arbeiten einfach darauf hin, jeden Monat 10.000 EUR einzunehmen. Problem gelöst. Damit haben wir Geld und Geld haben = Spaß.

    Nicht ganz. Das Problem mit Glück, Spaß und Freude aber auch Stress ist: Es sind Gefühle und sie lassen sich nicht so gut mit einer Zahl messen. Denn Stress und Spaß entsteht bei jeder Person unter komplett unterschiedlichen Bedingungen. Während sich die eine Person bei 10.000 EUR auf dem Konto schon sehr sicher fühlt, geht bei einer anderen Person bei diesem Betrag die Herzpumpe an. Wenn wir wollen, dass unsere Finanz-Ziele nicht nur für uns Gültigkeit haben, sondern für alle, die im Verein arbeiten und auch langfristig für die Vorstände, die nach uns kommen, dann könnten Zahlen nicht die geeignete Basis für die Zielsetzung (und die Erfolgsmessung) sein.

    Zahlen als Ziele haben zudem häufig eins zur Folge: Enttäuschung, wenn diese nicht erreicht werden. Bist du als Verein nicht erfolgreich, wenn du statt 10.000 EUR nur 8.000 EUR Einnahmen erzielst? Enttäuschung ist das Gegenteil von Spaß, es ist ein negatives Gefühl. Wenn wir wollen, dass unsere Vereinsarbeit vor allem für positive Gefühle verantwortlich ist, ist es das Beste, wir vermeiden Situationen, die negative Gefühle auslösen.

    Wir haben deshalb als Basis für eine Zielsetzung folgende Stress- und Konflikt-Situationen rausgearbeitet, die vermieden werden sollen:

    1. Es gibt kein oder nicht genug Geld
    2. Man kann Geld bekommen, müsste dafür aber Dinge tun, die nicht den Werten entsprechen (z.B. ethisch fragwürdige Sponsoren ,Werte-Konflikt)
    3. Man kann Geld bekommen, müsste dafür aber Dinge tun, auf die man keine Lust hat (z.B. Förderanträge oder Reportings für Fördergelder schreiben, Sponsoren und Spender*innen um Geld bitten, Spaß-Konflikt)
    4. Es gibt genug Geld, aberes wird darum gestritten, woher es kommt, wer es bekommt und wer entscheiden darf, wer es bekommt (Konflikte aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen und Visionen)

    Finanzziele für euren Verein

    Hieraus sind folgende 6 Ziele entstanden:

    1. Nachts ruhig schlafen und keine Gedanken ums Geld machen
    2. Ideen verwirklichen
    3. So unabhängig wie möglich sein und unsere Werte schützen
    4. Nicht wegen Geld streiten
    5. Den Vereinszweck bestmöglich verfolgen
    6. Ausgeglichen sein und Spaß haben

    Im Folgenden seht ihr, wie diese Ziele auch erreicht werden könnten. Da einige Maßnahmen für mehrere Ziele wichtig sind, findet ihr manche Maßnahmen doppelt oder sogar dreifach vor. Eine Zusammenfassung aller Aufgaben findet ihr am Ende dieses Artikels.

    Einige Maßnahmen gehen über das Finanzielle hinaus, aber die Lösungen sind mit Geld zu haben.

    Ziel 1: Nachts ruhig schlafen und keine Gedanken ums Geld machen

    Wessen Konto schon einmal eine Talfahrt gen Null erfahren hat, weiß, dass kein Geld zu haben den Stress-Pegel exponentiell in die Höhe schnellen lässt. Eine drohende Insolvenz/Auflösung des Vereins ist definitiv ein Szenario, die einem den Schlaf regelrecht rauben kann. Aber wer immer auf 0 wirtschaftet, bei dem reichen auch schon kleinere Sorgen, um die Gedanken nicht mehr frei zu bekommen.

    Besser also, es kommt gar nicht erst dazu und es ist genug Geld da, um uns das ein oder andere Mal von Sorgen „freikaufen“ zu können.

    Folgende Szenarien können bei Vereinen Gründe für eine nervenaufreibende Abhängigkeits-Situation oder sogar eine Insolvenz sein. Wir möchten Geld nutzen, um diese Situationen zu vermeiden

    • Risiko 1: Wir haben kein oder nicht genug Geld auf dem Konto
      • Kein Geld haben = Stress
      • Geld haben = kein Stress
    • Risiko 2: Wir sind abhängig von einer Einnahme-Quelle (weil wir bspw. nur einen Groß-Sponsor haben), der jeden Moment abspringen könnte
      • Geld von nur einer Quelle bekommen = potentieller Stress
      • Geld von vielen Quellen bekommen = weniger Stress
    • Risiko 3: Wir finden keine Nachfolger*innen für Vorstands-Posten(oder andere Positionen im Verein). Dies ist bei 41% der Vereine in Deutschland das größte existenzielle Problem. Ohne Vorstand muss der Verein aufgelöst werden.
      • kein Geld für die Bezahlung des Managements haben = Stress, (gute) Nachfolgerinnen zu finden
      • Geld für Bezahlung der Organisation haben = kein Stress, weil im Zweifel mit Bezahlung (fast) immer gute Leute gefunden werden können
    • Risiko 4: Wir sind abhängig von der Hallensituation. Ohne Hallen, kein Sportbetrieb; ohne Sportbetrieb, kein Verein.
      • keine eigene Halle haben /wenig Hallenzeiten in der Kommune = Stress, um Hallenzeiten zu kämpfen
      • eigene Halle haben / genug Hallenkapazitäten in der Kommune = kein Stress

    Welche Maßnahmen führen dazu, dass ihr nachts ruhiger schlafen könnt?

    Das sind unsere Vorschläge:

    • Ein unantastbares Unterkonto Krisenabsicherung einrichten (mit einer Excel-Liste möglich) und hierauf jeden Monat per Dauerauftrag eine feste Summe überweisen (auch virtuell per Excel möglich, dies zeigen wir euch in einem nächsten Artikel). Die Einzahlung auf das Konto ist nicht verhandelbar. Angetastet werden darf das Geld nur – und zwar wirklich nur – bei Insolvenz-Drohung. Ziel: 6 Monate ohne Einnahmen überleben können.
    • Gezielt mehrere Einkommensströme aufbauen, sodass – wenn einer wegfällt – nicht die ganze Organisation wackelt
    • Eine regelmäßige Liquiditätsplanung einführen, um frühzeitig zu sehen, wann die Null-Linie in Richtung Minus überschritten wird
    • Eine Überbrückungs-Strategie abstimmen und im Zweifelsfall wissen, was wann wie zu tun ist. Die Überbrückungs-Strategie ist idealerweise in der Abteilungsordnung verankert, um Diskussionen zu vermeiden.
    • Ein Unterkonto für Rücklagen für Investitionen einrichten, auf das Geld für die Investition in die Infrastruktur (Sportstätte) oder für professionelle Lobby-Arbeit in Richtung Kommune bezüglich dem Ausbau der Sportstätten eingezahlt wird.
    • Attraktive Rahmenbedingungen schaffen, die es Ehrenamtler*innen ermöglichen, sich selbst zu verwirklichen und Spaß bei der Arbeit zu haben und so mehr Helfer*innen finden.
    • Langfristig ein Bezahlsystem für die Organisation aufbauen, um beispielsweise das Vereinsmanagement und das operative Geschäft auf ein bezahltes und nachhaltiges Fundament zu stellen.


    Ziel 2: Ideen verwirklichen

    Wenn ihr euch die letzten Jahre in eurem Verein anschaut. Überlegt doch mal kurz: Wie viel Ideen wurden direkt umgesetzt? Kurzer Blick in die Portokasse und ab gehts.

    Und wie viele eurer Ideen wurden stattdessen erstmal auf „später irgendwann“ verschoben und abgelegt in einer Schublade, auf einen Stapel anderer Ideen? Wir wollen gar nicht wissen, wie viele wertvolle Ideen und Projekte, die unsere Gesellschaft zum Positiven verändern könnten, in Vereinschubladen liegen.

    Wer kein Geld hat, dessen Antwort ist von Grund auf bei jeder Idee „Nein“. Und ein Nein nicht nur einmal, sondern immer und immer wieder zu hören, das frustriert ganz schön.

    Wir möchten aber „Ja“ sagen können.

    „Ja sagen“hat aber auch immer etwas mit Mut zu tun, und wir Deutschen sind dafür nicht gerade bekannt. Nicht erst seit der aktuellen Corona-Situation wissen wir: Fühlen die Menschen sich sicher, dann investieren sie, gehen Risiken ein. Fühlen sie sich nicht sicher, bunkern sie und fahren ihre Ausgaben auf das Nötigste herunter.

    Um ein „Ja“ zu erleichtern, ist es also das Ziel, sich so sicher wie möglich zu fühlen. Wir gehen davon aus, dass wir uns als Menschen generell finanziell sicher fühlen, wenn:

    • genug Rücklagen auf dem Konto sind und wir den Verlust eines Teils davon verkraften können
    • auf das Konto regelmäßig mehr Geld reinkommt, als rausgeht.


    Wie könnt ihr erreichen, dass Ideen verwirklicht werden?

    Hier sind unsere Vorschläge:

    • Hilfreich ist hierbei die Empfehlung von Star-Investor Warren Buffet: Don’t save what’s left after spending, spend what’s left after saving. Bestenfalls bist du dein eigener Investor*in. Dies bedeutet, dass es ein Rücklagen-Konto für Investitionen gibt, auf das monatlich und unverhandelbar Geld eingezahlt wird. Wer sichergehen will, dass dies auch wirklich passiert, kann zusätzlich noch einen Passus in der Satzung / Abteilungsordnung einfügen.
    • regelmäßig Zeit damit verbringen, Gelder zu gewinnen. Das hört sich logisch an, aber wer jetzt in sich geht und einfach mal überlegt: Wie viel Zeit habe ich dieses Jahr schon darin investiert, dass wir mehr Einnahmen generieren? Der weiß, was ab morgen zu tun ist.
    • regelmäßige und kalkulierbare Einkommensströme (im Gegensatz zu Projektfinanzierungen) haben. Mitgliedsbeiträge sind hierbei der kalkulierbarste Einkommensstrom.
    • Mitgliedsbeiträge sind in einer Größenordnung haben, die zumindest einen großen Teil der Kosten deckt. Falls notwendig, eine Mitgliedsbeitragsanpassung durchführen.


    Ziel 3: Unabhängig sein und Werte schützen

    Finanzielle Abhängigkeit hat einen Preis. Das weiß jeder Verein, wenn ethisch fragwürdige Unternehmen an die Tür klopfen und mit Geldscheinen rumwedeln.

    Wer kein Geld und keine Werte-Strategie hat, kommt in einen Interessens-Konflikt „Ja ok“ sagen zu müssen, obwohl man am liebsten Nein schreien und die Faust nach oben strecken würde. Ein kurzer Blick aufs Konto, und schon sind die Werte – zumindest teilweise – über Bord geworfen. Ok für die einen, Integritätsverlust für die Anderen.

    Abhängigkeit kann aber auch an anderen Stellen entstehen. Der chronisch unpünktliche Trainer verbleibt dann eben, auch wenn es einen bis ins Mark nervt. Die chronisch unzuverlässige Person behält den Vorstandsposten, weil es sonst niemand macht.

    Und wieso? „Nein“ sagen und Grenzen zu setzen muss man sich einfach leisten können.

    Und wir wollen auch mal „Nein“ sagen können.

    Wie könnt ihr so unabhängig wie möglich bleiben?

    Das sind unsere Vorschläge:

    • bestmögliche Rahmenbedingungen aufbauen, um Mithelfer*innen und Trainer*innen für uns zu begeistern. Eine angemessene Bezahlung ist ein Teil davon.
    • eine hauptamtliche Stelle und Trainer*innen angemessen bezahlen, um das Kerngeschäft nachhaltig und personell unabhängig zu gestalten.
    • Geld-Ressourcen idealerweise auf mehrere Personen verteilen (falls dies mit der Lebenssituation der Personen vereinbar ist)
    • Unsere eigene*r Investor*in werden
    • Um den Einfluss einzelner Geldgeber*innen zu beschränken, kann in der Satzung ein Passus eingefügt werden, dass ein Sponsor nicht mehr als einen bestimmten Prozentsatz des Gesamthaushaltes stellen darf.
    • Fokus auf Mitgliedseinnahmen als wichtigste Einnahmequelle setzen. Der Anteil der Mitgliedseinnahmen ist bestenfalls der Mehrheits-Anteil (z.B. 60-70% der Einnahmen).

    Ziel 4: Nicht wegen Geld streiten

    Sich niemals zu streiten, ist ein Zustand, der wohl unerreichbar ist, sobald mehrere Menschen aufeinander treffen. Unterschiedliche Vorstellungen, Meinungen, andere Arbeitsweisen. Konflikte sind hierbei vorprogrammiert.

    Gleichzeitig gibt es jedoch fast nichts Teureres als (unterschwellige) Konflikte. Sie verschwenden Energie und führen häufig zu Demotivation und schlimmstenfalls sogar zu einer Trennung oder dem Abspringen einer oder mehrerer Personen, die teuer mit Zeit oder Geld ersetzt werden müssen.

    Dabei gibt es etwas viel Günstigeres: Prävention. Denn die meisten Konflikte würden sich schon mit ein paar wenigen Gesprächen, oder auch klaren Regeln gar nicht erst entstehen – um sie dann teuer beseitigen zu müssen.

    Deswegen haben wir überlegt, wie wir uns Konflikte „sparen“ können. Und zwar am besten dann, wenn der Status noch auf „best friends forever“ steht.

    Laut unserer Erfahrung gibt es in Geldfragen meist Diskussionen zu folgenden Themen:

    • Wo kommts her? (siehe Werte)
    • Wo gehts hin? (Senioren, Jugend?)
    • Wer darf entscheiden, wo es her kommt und wo es hingeht? (Ich, ich, ich)

    Klare Vereinbarungen und Regeln können helfen, dass es in vielen Situationen gar nicht erst zu Diskussionen kommt. Sie regeln die Erwartungshaltungen, sie limitieren den Ermessensspielraum einzelner (privater) Interessen.

    Ist Nachhaltigkeit und Gleichberechtigung beispielsweise ein Wert der Organisation, ist auch klar, dass dann gewisse Dienstleister*innen und Sponsoren nicht in Frage kommen, auch wenn diese günstiger sind oder mehr Geld bringen.

    Damit sich die Vorstände nicht nur dieses Jahr, sondern auch in 30 Jahren noch an diese Vereinbarungen halten, ist die Satzung das Werkzeug schlechthin, um die eigenen Werte-Vorstellungen auch langfristig zu verankern. Wir schreiben bspw. dem Thema Gleichberechtigung einen hohen Wert zu. Deswegen ist unsere Fokus auf Mädchenbasketball in unserer Abteilungsordnung fest verankert, gleich mit einer Geschlechter-Quote im Vorstand sowie einer festen Regelung, dass nach der Gründung des Teams eines Geschlechts, erst das andere Geschlecht zum Zuge kommen muss. Klar ist dann auch, dass die Gelderverteilung entsprechend unserer Satzung v.a. in die Jugend-Teams fließen.

    Es kann also sinnvoll sein, für die Gelderverteilung Quoten bzw. klare Regeln zu definieren. Hier ein paar Möglichkeiten:

    • Es gibt ein Bezahlsystem für die Mitarbeit im Verein, die das Zeitinvestment klar regelt
    • Es gibt eine Quote für Jugend-Investitionen (X% des Haushaltes müssen in Jugend-Teams investiert werden)
    • Es gibt eine Quote für die Verteilung der Ressourcen auf alle Organisations-Bereiche, um einseitige Investitionen zu vermeiden
    • Es gibt eine abgestimmte Überbrückungs-Strategie, die bspw. die Investitionen in Gehälter von Spielerinnen und Trainerinnen in finanziell schwierigen Phasen regelt (Schutz der Mitarbeiter*innen)

    Wie schafft ihr es, euch nicht wegen Geld zu streiten?

    Hier sind unsere Vorschläge:

    • regelmäßig die Werte-Vorstellungen abgleichen und einen Strategie-Workshop durchführen
    • regelmäßig moderierte Mediations-Sessions durchführen, gerade dann, wenn es gut läuft
    • Quoten, Regelungen und Anpassungen in der Satzung oder Abteilungsordnung einführen, die die Gelderverteilung langfristig nach den Wertevorstellungen regeln.
    • In Prävention investieren und eine „gemeinsame Willensbildung“ in der Satzung verankern. Diese bestimmt, dass bei Konflikten z.B. in eine professionelle und bezahlte Mediation von außen investiert wird.

    Ziel 5: Vereinszweck bestmöglich verfolgen

    Wenn wir ehrenamtlich arbeiten, dann weil wir fest davon überzeugt sind, dass unser Vereinszweck etwas Gutes in der Gesellschaft beitragen kann. Deswegen wollen wir, dass alle unsere Ressourcen (Zeit, Geld, Talent) für diesen Vereinszweck eingesetzt werden.

    Wir können unsere Vereinszweck bestmöglich verfolgen, wenn:

    • die finanziellen Mittel in Projekte fließen, die den Vereinszweck dienen (und nicht z.B. Bürokratie)
    • Die Besten der Besten für den Vereinszweck arbeiten und diesen vorantreiben
    • Wir die meiste Zeit mit der Verfolgung des Vereinszwecks verbringen

    Wie erreicht ihr bestmöglich eure Vereinsmission?

    Das sind unsere Vorschläge:

    • Ins „gut sein“ investieren. Wer gut mit seinem Produkt ist, der kann sich zum Beispiel zeit- und geldaufwendige Werbung sparen, um die Menschen davon zu überzeugen, dass man gut ist. Schon mal versucht, beim besten Physiotherapeuten der Stadt einen Termin zu bekommen? Qualität ist die beste Werbung.
    • Die meiste Zeit mit dem Vereinszweck verbringen. Förderanträge schreiben und Sponsoren-Gespräche führen sind in der Regel nicht direkt der Vereinszweck, sondern Tätigkeiten, die zur Querfinanzierung dienen. Das bedeutet, dass im Idealfall mit Tätigkeiten, die direkt dem Vereinszweck dienen das meiste Geld verdient wird. Leider ist dies nicht immer in der Realität möglich. Dennoch kann es ein Ziel sein, auf die Gewinnung von Mitgliedern zu setzen und Mitgliedsbeiträge so zu gestalten, dass sie ihren Teil zu diesem Ziel beitragen und den Anteil an Tätigkeiten zur Querfinanzierung mindern.


    Ziel 6: Ganzheitlich erfolgreiche Organisation und Spaß bei der Arbeit

    Wir sehen hierbei Ausgeglichenheit auf zwei Ebenen:

    1. als Organisation ausgeglichen sein
    2. als Menschen, die in der Organisation arbeiten, ausgeglichen sein

    1. Ausgeglichenheit in der Organisation:

    Was bringt es dir, ganz viel Geld auf dem Konto zu haben, wenn gleichzeitig sich die Vorstandschaft bis aufs Blut streitet? Was bringt es dir, hunderte Kinder zu gewinnen für deinen Sport, wenn du nicht die Hallenkapazitäten hast, um Platz zu bieten?

    Stressfrei ist, wer in vielen Organisations-Bereichen erfolgreich ist. Dies bedeutet auch, dass in alle diese Kernbereiche investiert werden muss (Geld und Zeit), um in allen Bereichen die Rahmenbedingungen für Erfolg zu schaffen.

    Klingt gut? Alles was du dafür tun musst, ist deine Investitionen ausgeglichen auf alle Organisations-Bereiche zu verteilen und regelmäßig zu prüfen, wo vielleicht ein Bereich vernachlässigt wird.
    Wir haben hierfür 10 Organisations-Bereiche definiert:

    1. Vision und Wirkungsmessung
    2. Spiel- und Trainingsbetrieb, Camps, Events
    3. Aufgabenplanung und Abläufe
    4. Mitgliederbindung und -gewinnung
    5. Soziale Verantwortung
    6. Rechtlicher Rahmen und Regelwerk
    7. Außendarstellung und Media
    8. Ausrüstung und Infrastruktur
    9. Team und Wohlbefinden
    10. Finanzen und Steuern

    Wie könnt ihr als Organisation ausgeglichen werden?

    Das sind unsere Vorschläge:

    • Quotenverteilung der Investitionen einführen und prüfen, ob auch in alle Organisations-Bereiche investiert wird.

    2. Ausgeglichenheit bei den Menschen in der Organisation:

    „Wenn ichs nicht mache, machts keiner.“ Deswegen wird weiter geschuftet, obwohl man längst nicht mehr kann, bis der Burnout an die Tür klopft.

    Burnout ist definitiv nicht spaßig. Und das beste Zeichen für Unausgeglichenheit.


    „Ohne strukturelle Unterstützung ist der Spagat zwischen Familie, Beruf und Ehrenamt nur durch absolute Selbstaufoperung möglich.“

    Ehrenamtsstiftung Mecklenburg-Vorpommern

    Das ist ein Ergebnis des Forums Haupt- und Ehrenamt der Ehrenamtsstiftung Mecklenburg-Vorpommern. Selbst wenn viele Menschen wollen: Wer Vollzeit-Job und Familie hat, kann eben nicht einfach ehrenamtlich helfen, ohne die eigene Gesundheit aufs Spiel zu setzen. Das hört sich nach wenig Spaß an.

    Wie könnt ihr als Menschen in der Organisation ausgeglichen werden?

    • Nicht zu viel vornehmen, sondern eine gesund wachsende Strategie aufbauen.
    • aktiv Spieler*innen zur Mitarbeit ansprechen, um die Last auf viele Schultern zu verteilen.
    • Aufgabenprofile aufbauen, die ein Pensum von 1-3 Stunden pro Monat nicht überschreiten.
    • Aufgabenprofile als sich wiederholende Routinen einführen, um hierfür Anleitungen schreiben zu können
    • Da dann viele Ehrenamtliche koordiniert werden müssen: langfristig eine hauptamtliche Koordinationsstelle aufbauen, die den Druck von den Schultern der Ehrenamtlichen nehmen und ihnen spaßige Themen ermöglichen.
    • Pool an Freiberufler*innen aufbauen, die im Zweifel bei schwierigen Zeiten flexibel und schnell hinzubuchbar sind, um uns Luft zum Atmen zu verschaffen und das Potential von Ausbrennen zu vermeiden.

    Fazit/Zusammenfassung:

    Unsere Finanz-Strategie soll uns helfen, ein stressfreieres Vereinsleben zu gestalten.

    Unsere 6 Finanz-Ziele für ein stressfreies Vereinsleben sind:

    1. Nachts ruhig schlafen (weil wir nicht pleite gehen)
    2. Keine Gedanken um Geld machen müssen (weil wir Ja sagen können zu Ideen und Visionen)
    3. So unabhängig wie möglich sein (weil wir Nein sagen können)
    4. Uns nicht wegen Geld streiten (weil es klare Regelungen gibt, wie es ausgegeben wird)
    5. Unseren Vereinszweck bestmöglich verfolgen können (weil wir damit unser Geld verdienen und es nicht von woanders zeitaufwendig querfinanzieren müssen)
    6. Ausgeglichen sein und Spaß haben (weil wir unser Geld in alle Organisations-Bereiche gleich investieren und die Koordinierung der Ehrenamtlichen auf ein bezahltes Fundament stellen)

    Folgende Aufgaben ergeben sich hieraus für unsere*n Finanzwart*in (nach Priorität geordnet):

    • Rücklagen-Konto für Krisenabsicherung einrichten (6 Monate überleben ohne Einnahmen) und regelmäßige Einzahlungen ins Budget einplanen
    • Rücklagen-Konto für Inestitionen einrichten und regelmäßige Einzahlungen darauf ins Budget einplanen
    • Verhältnismäßigkeit der Mitgliedsbeiträge überprüfen und ggf. Anpassung angehen (im Idealfall kommen 60-70% der Einnahmen von den Mitgliedern)
    • Zeitkapazitäten für die Gelder-Gewinnung einplanen (50% der Zeit mit der Gewinnung von finanziellen Mitteln verbringen, z.B. durch Organisation von Camps, Turnieren oder Crowdfunding-Kampagnen)
    • Investments in Qualität und professionelles Auftreten auf allen Ebenen einplanen (angemessenes Bezahlsystem für Trainer*innen erarbeiten)
    • Einbindung von hauptamtlichen Personal (z.B. Minijob = rund 560€/Monat) in langfristige Budgetplanung aufnehmen
    • Quoten-Verteilung in der Budgetplanung übernehmen und regelmäßige Prüfung der Investments
    • Satzungsanpassungen prüfen
    • Gemeinsame Willensbildung in Satzung aufnehmen
    • optional: Prozent-Klausel für Geldgeberinnen in die Satzung einfügen

    Weitere Aufgaben, die die Finanzen indirekt betreffen:

    • Aufgabenprofile mit einem Pensum von 1-3 Stunden pro Monat erarbeiten
    • Strategie-Workshop durchführen und Stoßrichtung bestimmen
    • 1x im Jahr moderierte Team-Session einplanen, um Konflikte
    • Werte-Vorstellungen in Satzung verankern

    Was ebenfalls für dich interessant sein könnte: Die finanzielle Reichweite.

    Ihr habt noch andere Ziele?

    Dann schreibt sie als Kommentar darunter oder schreibt uns an: hallo@klubtalent.org.