• Vereinsgründung: Voraussetzungen, Vorteile und Ablauf

    Ihr möchtet einen Verein gründen? Das solltet ihr dabei beachten.

    Erfahrt im Text, was ihr vor der erfolgreichen Vereinsgründung wissen müsst:

    Die kleine Lena legt sich den Ball zurecht. Im Stadion hört ihr buchstäblich die Stecknadel fallen. Gespannt blickt das Publikum auf das Mädchen. Lena atmet tief durch. Sie nimmt Anlauf. Schießt. TOR! Siegtreffer versenkt. Stolz und mit leuchtenden Augen blickt sie in die jubelnde Menge, während ihre Vereinskameradinnen jubelnd auf sie zustürmen, um sie zu feiern. 

    Vereine verbinden und schaffen ein Gefühl von Gemeinschaft durch Erfolge und Niederlagen. Sie sind ein Ort, an dem Freundschaften fürs Leben geschlossen werden können. Für viele Menschen sind sie wie eine zweite Familie – für manche sogar Familienersatz.

    Das macht die Vereinsarbeit so wertvoll. Und da haben wir natürlich noch gar nicht von dem immensen gesellschaftlichen Nutzen gesprochen, den Vereine haben! 

    In unserem Land gibt es mehr als 600.000 Vereine und jede*r Deutsche hat das Recht, einen neuen Verein zu gründen (Art. 9 GG). Damit dabei alles reibungslos läuft, erfahrt ihr in diesem Artikel, was ihr beachten solltet. 

    Was sind die Voraussetzungen für eine Vereinsgründung?

    Die wichtigsten Voraussetzungen, die ihr erfüllen müsst, um einen Verein zu gründen, sind folgende: 

    • Um einen nicht eingetragenen Verein zu gründen, benötigt ihr mindestens zwei Mitglieder. 
    • Wenn der Verein eingetragen werden soll, braucht ihr mindestens sieben Mitglieder. 
    • Der primäre Zweck des Vereins darf nicht kommerziell sein.
    • Der Vereinsname sollte feststehen. Er darf nicht ähnlich wie ein anderer Verein aus eurem Registerbezirk lauten. Der Name darf keine Marken- oder Namensrechte verletzen. 
    • Ihr müsst eine Satzung verfassen, bevor ihr euren Verein gründet und ins Register eintragen lasst. 
    • Es findet eine Gründungsversammlung statt, in der ihr die Satzung verabschiedet und den Vorstand wählt.

    Welche Rechtsformen gibt es, um einen Verein zu gründen? 

    Die verschiedenen Vereinsarten sind im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt. 

    Im Wesentlichen unterscheidet man zwischen eingetragenen und nicht eingetragenen Vereinen. Es gibt aber auch wirtschaftliche Vereine und alternative Formen. 

    Ihr solltet euch vor der Vereinsgründung umfassend informieren, welche Rechtsform für euch die beste ist. 

    Der eingetragene Verein (e. V.)

    In Deutschland ist der eingetragene Verein die häufigste Vereinsform. Er heißt auch Idealverein oder rechtsfähiger Verein (das bedeutet, der Vorstand kann unter anderem Verträge abschließen und Vereinseigentum kaufen). 

    Wenn euer Verein keinen wirtschaftlichen Zweck verfolgt, könnt ihr ihn ins Register eintragen lassen (§ 21 BGB). Das ist nicht verpflichtend, bietet aber – vor allem als gemeinnütziger Verein – viele Vorteile.

    Vorteile eines eingetragenen Vereins:

    • Gründungskosten sind gering
    • Gründungskapital ist nicht notwendig 
    • Steuererleichterungen oder Steuerbefreiungen sind möglich
    • Öffentliche Steuermittel können beantragt werden (zum Beispiel Landes-, Bundes- oder EU-Fördermittel)
    • Der Verein kann als juristische Person handeln – das heißt, die Mitglieder eures Vereins haften nicht persönlich 
    • Der bürokratische Aufwand ist geringer als bei einem Wirtschaftsunternehmen 
    • Demokratische Organisation – zum Beispiel werden Entscheidungen durch Mehrheitsbeschlüsse in der Mitgliederversammlung getroffen

    Nachteile eines eingetragenen Vereins:

    • Mindestens sieben Mitglieder sind erforderlich
    • Der Hauptzweck muss ideell sein – der Verein darf aber im Nebenzweck wirtschaftliche Ziele verfolgen
    • Vorstand und Mitgliederversammlung sind verpflichtend 
    • Eine Satzung ist notwendig und muss dem Finanzamt vorgelegt werden
    • Satzungsänderungen oder eine Neuwahl des Vorstands müssen beim Gericht angemeldet werden
    • Nach der Eintragung darf es nicht weniger als drei Mitglieder im Verein geben

    Ist der eingetragene Verein gemeinnützig, kontrolliert das Finanzamt die Geschäftsführung und wie die Fördermittel verwendet werden. Wenn das Amtsgericht feststellt, dass der Verein überwiegend kommerzielle Zwecke verfolgt, kann es die Eintragung widerrufen.

    8

    Der nicht eingetragene Verein

    Diese Vereinsform heißt auch nicht rechtsfähiger Verein. 

    Vorteile eines nicht eingetragenen Vereins:

    • Nur zwei Mitglieder sind für diese Vereinsgründung nötig
    • Er ist schneller und leichter zu gründen, da kein Eintrag ins Vereinsregister erfolgt – das kann zum Beispiel bei zeitlich begrenzten Spendenaktionen sinnvoll sein
    • Die Satzung muss keine besonderen Formvorschriften erfüllen
    • Mit der notwendigen Mitgliederzahl könnt ihr ihn auch noch später ins Register eintragen lassen

    Nachteile eines nicht eingetragenen Vereins:

    • Dieser Verein ist eine Körperschaft – Vereinsmitglieder haften daher gegebenenfalls persönlich
    • Das Bilden von Vereinsvermögen ist nicht möglich

    Wenn das Finanzamt den Verein als gemeinnützig anerkennt, könnt ihr wie beim eingetragenen Verein steuerliche Vorteile beantragen. 

    Der wirtschaftliche Verein

    Der wirtschaftliche Verein hat die Absicht, Vermögensvorteile für seine Mitglieder zu erwirtschaften oder zu sichern. 

    Das zuständige Bundesland verleiht ihm die Rechtsfähigkeit (die sogenannte Konzession). Es ist nur möglich, einen wirtschaftlichen Verein zu gründen, wenn dem Verein keine andere Form zuzumuten ist. 

    Er ist eine Sondervariante und kommt sehr selten vor (Beispiele: Erzeugergemeinschaften und Darlehensvereine).

    Alternative Organisationsformen

    Alternativen zum Verein sind zum Beispiel die gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung (gGmbH) und die gemeinnützige Unternehmergesellschaft (gUG). Sie werden immer beliebter.

    Hier verbinden sich gemeinnützige Arbeit und die Vorteile einer klassischen GmbH (zum Beispiel: kein gewählter Vorstand, sondern eine konstante Geschäftsführung, keine Körperschafts- und Gewerbesteuern).  

    Das Startkapital für eine gGmbH liegt bei 25.000 Euro, das einer gUG bei einem Euro.

    Wie viel kostet es, einen Verein zu gründen?

    Die Kosten, einen Verein zu gründen, sind überschaubar. Es fallen Gebühren für den Eintrag beim Registergericht, die notarielle Beglaubigung der Unterschriften und die Bekanntmachung der Eintragung an. 

    Einzelne Kosten variieren je nach Bundesland. Ihr könnt aber davon ausgehen, dass die Gesamtkosten eurer Vereinsgründung bei circa 150 Euro liegen. 

    Beauftragt ihr einen Rechtsanwalt damit, eure Vereinssatzung zu erstellen, entstehen zusätzliche Kosten. Auch bei zukünftigen Änderungen der Satzung oder im Vorstand fallen weitere Gebühren an.

    10

    Ablauf der Vereinsgründung: So gründet ihr einen Verein in 7 einfachen Schritten

    Folgende sieben Schritte müsst ihr beim Gründen eines eingetragenen Vereins beachten. Ihr könnt euch daran auch orientieren, wenn ihr euren Verein nicht ins Register eintragen lasst.

    Schritt 1: Vereinsmitglieder finden

    Zuerst einmal solltet ihr Gleichgesinnte finden, die dasselbe Ziel verfolgen und mit denen ihr euch eine gleichberechtigte Zusammenarbeit im Verein vorstellen könnt. 

    Meist sind diese Personen bereits in eurem beruflichen Netzwerk oder unter euren Freunden und Bekannten. Oder vielleicht wollt ihr auch aus eurem bestehenden Verein ausgründen, weil ihr euch dort nicht mehr wohlfühlt.

    Für einen eingetragenen Verein braucht ihr mindestens sieben Personen (§ 56 BGB). Ihr könnt aber auch erst einmal einen nicht eingetragenen Verein mit mindestens zwei Mitgliedern gründen und ihn später im Vereinsregister eintragen lassen, wenn er gewachsen ist.

    9

    Schritt 2: Vereinssatzung erstellen

    Jeder Verein braucht eine Satzung. Beim Erstellen könnt ihr euch von einem Anwalt unterstützen lassen. 

    Damit das Amtsgericht den Eintrag nicht ablehnt, sollte eure Satzung unbedingt folgende Informationen beinhalten (§§ 57 und 58 BGB):

    • Name des Vereins, der sich von bereits vorhandenen eingetragenen Vereinen in derselben Stadt unterscheiden muss
    • Sitz des Vereins
    • Vereinszweck
    • Absicht, den Verein einzutragen
    • Bestimmungen zum Ein- und Austritt von Mitgliedern 
    • Regeln über die Höhe der Mitgliedsbeiträge 
    • Vorgaben zur Vorstandsbildung
    • Voraussetzungen für die Einberufung der Mitgliederversammlung
    • Regelungen zur Beurkundung von Beschlüssen

    Schritt 3: Gründungsversammlung organisieren

    Habt ihr die nötigen Personen zusammen, beruft ihr eine Gründungsversammlung ein, bei der alle Mitglieder anwesend sein müssen.  In der Versammlung bestimmt ihr den Vereinsnamen und verabschiedet die Satzung.

    Am besten wird sie den Gründungsmitgliedern schon vor der Versammlung zur Verfügung gestellt. Mindestens sieben Vereinsmitglieder müssen die Satzung unterschreiben.Die genauen Regelungen legt ihr in eurer Vereinssatzung fest, damit es später nicht zum Streit kommt.

    Außerdem wählt ihr gemeinsam einen vertretungsberechtigten Vorstand. Er übernimmt die Leitung und vertritt den Verein nach innen und nach außen. Er besteht aus einer oder mehreren Personen. Die genauen Regelungen legt ihr in eurer Vereinssatzung fest, damit es später nicht zum Streit kommt.

    jason goodman Oalh2MojUuk unsplash

    Schritt 4: Gründungsprotokoll verfassen

    Neben der Satzung reicht ihr beim Registergericht für die Eintragung auch das Protokoll der Gründungsversammlung ein. Vorab muss ein*e Notar*in beide Dokumente überprüfen und beglaubigen.  

    Denkt also unbedingt daran, das Gründungsprotokoll gewissenhaft zu verfassen. Ihr braucht es später noch.

    Das sollte im Protokoll stehen:

    • Ort und Tag der Gründung
    • Protokollführer*in
    • Leiter*in der Versammlung
    • Ergebnisse der Wahl und gefasste Beschlüsse
    • Name, Adresse und Beruf der gewählten Vorstandsmitglieder
    • Unterschriften der protokollführenden Person und des oder der ersten Vorsitzenden 

    Schritt 5: Gemeinnützigkeit vom Finanzamt prüfen lassen

    Ein Verein ist beim Gründen nicht automatisch gemeinnützig. Das gilt für rechtsfähige und nicht rechtsfähige Vereine. Wollt ihr steuerliche Vorteile für euren Verein nutzen, müsst ihr bei eurem zuständigen Finanzamt einen Antrag auf Einstufung als gemeinnützig stellen. 

    Dafür reicht ihr dort den Registerauszug (falls euer Verein schon eingetragen ist), das Gründungsprotokoll und die Satzung eures Vereins ein. So könnt ihr die Satzung – falls erforderlich – auch noch abändern, bevor ihr den Verein ins Register eintragen lasst. 

     

     

    Hat euer Finanzamt den Antrag bewilligt, überprüft es circa alle drei Jahre, ob euer Verein auch weiterhin die Bedingungen erfüllt, gemeinnützig zu sein.  

    Die Gemeinnützigkeit bietet aber nicht nur Vorteile, sondern ist auch mit Auflagen verbunden. So ist zum Beispiel eine einfache Buchführung verpflichtend. 

    11

    Bevor ihr gründet, solltet ihr daher genau überlegen, ob die Vor- oder Nachteile überwiegen, wenn euer Verein gemeinnützig ist. Später auf die Gemeinnützigkeit zu verzichten, ist nicht möglich. 

    Schritt 6: Verein ins Register eintragen lassen

    Nachdem der Verein gegründet ist, könnt ihr ihn noch ins Vereinsregister eintragen lassen. Der Vorstand muss dafür alle erforderlichen Dokumente (Satzung, Protokoll der Gründungsversammlung, Anmeldeschreiben) beim zuständigen Amtsgericht einreichen. In den meisten Fällen erledigt das ein*e beauftragte*r Notar*in, die oder der die Dokumente vorab beglaubigt. 

    Anschließend bekommt ihr den Registerauszug eures Vereins und gebt ihn beim Finanzamt als Nachweis ab, dass die Vereinsgründung vollzogen wurde. 

    Schritt 7: Bankkonto einrichten

    Für steuerliche Zwecke solltet ihr für euren Verein ein eigenes Konto eröffnen. Bei vielen Banken gibt es dafür spezielle Vereinskonten. 

    Ihr braucht dazu einen beglaubigten Registerauszug oder das Protokoll der Gründungsversammlung, wenn der Verein (noch) nicht eingetragen ist. 

    Alle Finanzen des Vereins laufen über dieses Konto. 

    Fazit: Einen Verein zu gründen ist gar nicht so schwierig

    Damit ihr bei der Gründung nichts vergesst, haben wir euch die wichtigsten Punkte zum Gründen eines Vereins noch einmal in einer Checkliste zusammengefasst:

    • Vereinsidee und mindestens sieben Mitglieder (für einen eingetragenen Verein) oder zwei Personen (für einen nicht eingetragenen Verein) finden
    • Vereinssatzung erstellen
    • Gründungsversammlung abhalten, Satzung beschließen und Vorstand wählen
    • Protokoll der Gründungsversammlung schreiben
    • Gemeinnützigkeit vom Finanzamt prüfen lassen
    • Verein im Register eintragen lassen
    • Geschäftskonto für den Verein einrichten

     

    Ihr möchtet euren Verein von Anfang an so aufstellen, dass er sich selbst finanziert und alle Mitglieder entspannt und mit Freude aktiv sein können? 

    Wir unterstützen euch gerne mit unserem Programm „Hauptamt-ready“ dabei, eine hauptamtliche Stelle im Verein zu schaffen. 

    Design ohne Titel 1

    FAQ: Häufig gestellte Fragen zur Gründung eines Vereins

    Habt ihr noch Fragen? Wir beantworten sie euch gerne!

    Welche gesetzlichen Vorgaben müssen bei der Vereinsgründung beachtet werden?

    Beim Gründen eines Vereins müsst ihr die gesetzlichen Vorgaben des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) einhalten. Die haben wir oben im Artikel genauer beschrieben.

    Wie viele Gründungsmitglieder braucht ein Verein?

    Ein rechtsfähiger Verein muss mindestens sieben Mitglieder haben. Ein nicht rechtsfähiger Verein benötigt nur zwei Personen. 

    Bei welchem Registergericht muss ein Verein eingetragen werden?

    Ein Verein wird beim Registergericht eingetragen, in dessen Bezirk sich der Vereinssitz befindet. 

    Was muss im Protokoll der Gründungsversammlung stehen?

    Es müssen der Name, die Adresse und der Beruf der Vorstandsmitglieder vermerkt sein. Außerdem müssen Ort und Tag der Gründung, der oder die Protokollführer*in, der oder die Leiter*in der Versammlung, die Ergebnisse der Wahl und gefasste Beschlüsse festgehalten werden. Abschließend unterschreiben die protokollführende Person und der oder die erste Vorsitzende. 

    Was beinhaltet die Satzung eines Vereins?

    In der Satzung stehen Zweck und Ziele, Name und Sitz des Vereins, Absicht zur Eintragung, Regeln zur Vorstandswahl, Bestimmungen zu Ein- und Austritten, Mitgliedsbeiträge, Informationen zur Einberufung der Mitgliederversammlung und die Beurkundung von Beschlüssen. 

    Wer meldet den Verein zur Eintragung ins Register an?

    Der Vorstand meldet den Verein an. 

    Welche Dokumente sind für die Eintragung des Vereins ins Register erforderlich?

    Für die Eintragung des Vereins sind die Satzung, das Gründungsprotokoll und das Anmeldeschreiben notwendig. 

    Zahlen gemeinnützige Vereine Steuern?

    Nein, gemeinnützige Vereine zahlen keine Steuern. 

    Wird für die Gründung eines eingetragenen Vereins Stammkapital benötigt?

    Um einen eingetragenen Verein zu gründen, benötigt ihr kein Gründungskapital. 

  • Schatzmeister im Verein: Aufgaben und Pflichten

    Was sind die Aufgaben und Pflichten eines Schatzmeisters im Verein? Wir geben euch einen Überblick.

    Zu den wichtigsten Aufgaben im Verein gehört das Verwalten und Überwachen der Finanzen. Deshalb ist es sinnvoll, diesem Aufgabenbereich eine eigene Funktion zu geben: ein Schatzmeister bzw. eine Schatzmeisterin.  

    Gesetzlich ist es nicht vorgeschrieben, dass euer Verein eine*n Schatzmeister*in haben muss. Ab einer gewissen Vereinsgröße ist es aber empfehlenswert, eine verantwortliche Person zu benennen.

    Bei vielen Vereinen gehört diese Person zum Vereinsvorstand (neben dem oder der ersten Vorsitzenden und dem oder der stellvertretenden Vorsitzenden).

    Was ihr lernen könnt:

    Was ist ein*e Schatzmeister*in?

    Ein*e Schatzmeister*in übernimmt die Verwaltung der Finanzen und Kassen in eurem Verein und trägt damit eine sehr hohe Verantwortung. 

    Der Schatzmeister wird durch die Mitgliederversammlung gewählt. Er ist gegenüber dem Vereinsvorstand, der Mitgliederversammlung und dem Finanzamt rechenschaftspflichtig. 

    Die Mitgliederversammlung entlastet den Schatzmeister. Schadenersatzansprüche gegen ihn können dann nicht mehr eingefordert werden, vorausgesetzt alle erforderlichen Informationen lagen vor.  

    Ein Schatzmeister wird auch Kassenwart, Kassier, Kassierer oder Kassenführer genannt.

    Welche Anforderungen sollte ein*e Kassenwart*in erfüllen?   

    Ein*e Kassenwart*in sollte sehr vertrauenswürdig, zuverlässig, gründlich und verantwortungsbewusst sein. Außerdem sollte er oder sie sehr gut mit Zahlen umgehen können und über kaufmännisches Wissen und Grundkenntnisse im Steuerrecht verfügen. 

    3

    Die 9 wichtigsten Aufgaben und Pflichten von Schatzmeister*innen im Überblick 

    Um eine reibungslose Finanzverwaltung sicherzustellen, kümmert sich ein*e Schatzmeister*in im Verein um diese konkreten Aufgaben:

    1. Mitglieder und Mitgliedsbeiträge betreuen

    • neue Mitglieder aufnehmen und Mitglieder abmelden
    • die Verwaltung der Mitglieder überwachen
    • Mitglieder in den einzelnen Abteilungen erfassen
    • Beiträge einziehen 
    • offene Mitgliedsbeiträge kontrollieren und gegebenenfalls Mahnungen verfassen und abschicken 
    • Anträge wegen Beitragsermäßigung, -stundung und -erlass bearbeiten

    2. Finanzen verwalten

    • den Zahlungsverkehr abwickeln
    • Bargeldgeschäfte und Barbelege kontrollieren
    • Konten prüfen, ob die Einnahmen und Ausgaben richtig zugeordnet wurden
    • für die Buchführung verantwortlich sein und dabei gesetzliche Buchführungsvorschriften einhalten
    • Forderungen und Verbindlichkeiten prüfen
    • kontrollieren, ob die Ausgaben mit den Satzungsvorschriften übereinstimmen und nach dem Grundsatz der Wirtschaftlichkeit getätigt wurden
    • die Grundsätze nach dem Prinzip der Wirtschaftlichkeit und der Sparsamkeit beachten
    • die Finanzbuchhaltung durchführen
    • den Jahresabschluss und die Einnahmenüberschussrechnung erstellen und prüfen
    • prüfen, ob steuerliche Vorschriften eingehalten wurden
    • eine Inventarliste erstellen
    • den Kassenbericht anfertigen und der Mitgliederversammlung präsentieren
    • den Vorstand und die Mitgliederversammlung regelmäßig über die finanzielle Situation des Vereins informieren

    3. Steuern und Vermögen verwalten

    • alle Steuerangelegenheiten im Verein vorbereiten und bearbeiten
    • die Steuererklärung erledigen
    • Steuern fristgerecht zahlen
    • Finanzdokumente verwalten und aufbewahren
    • Liegenschaften des Vereins betreuen

    4. Haushalt organisieren

    • den jährlichen Haushalt planen
    • Betriebsmittel und Vereinsartikel beschaffen
    • Betriebskosten, vermietete Vereinsgebäude und Vereinsveranstaltungen abrechnen
    • das Vereinsvermögen kontrollieren
    • die finanzielle Lage und zukünftige Zahlungsfähigkeit des Vereins überprüfen
    • Auslagen erstatten

    5. Vorstandstätigkeit ausüben

    • bei Vertragsverhandlungen unterstützen
    • vertragliche Vereinbarungen kontrollieren

    6. Finanzielle Mitarbeiterbelange handhaben

    • Gehälter, Übungsleiterfreibeträge, Ehrenamtspauschalen etc. abrechnen und auszahlen
    • Beiträge an Berufsgenossenschaften melden und zahlen
    • Arbeitgeberanteile bezahlen

    7. Spenden und Zuschüsse organisieren

    • Spenden annehmen 
    • Spendenquittungen ausstellen
    • Zuschüsse beantragen
    • Fördermöglichkeiten ermitteln
    •  die Verbandsstatistik erstellen

    8. Termine überwachen

    • Betriebskosten kontrollieren und abrechnen
    • die von der Mitgliederversammlung beschlossenen Ausgaben überprüfen
    • Abrechnungen gegenüber Behörden und Organisationen kontrollieren

    9. Rechenschaft ablegen

    • Rechenschaft gegenüber dem Vereinsvorstand, der Mitgliederversammlung und dem Finanzamt ablegen
    4

    FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Schatzmeister im Verein 

    Welche Funktion hat ein*e Schatzmeister*in?

    Eine Schatzmeister*in ist für die Finanzverwaltung in einem Verein verantwortlich und heißt auch Kassenwart*in oder Kassierer*in. 

    Er oder sie hat vielfältige Aufgaben: Unter anderem die Verwaltung des Vereinsvermögens, das Einziehen der Mitgliedsbeiträge, das Sammeln von Spenden und das Beantragen von Zuschüssen. 

    Wann endet die Amtszeit eine*r Schatzmeister*in?

    Die Amtszeit endet entweder zum vereinbarten Zeitpunkt. Oder das Amt kann dem oder der Kassenwart*in entzogen werden bei grober Fahrlässigkeit (zum Beispiel wenn die Vereinskasse nicht korrekt geführt wurde), da das Vertrauensverhältnis zerstört ist. 

    Was passiert, wenn der oder die Kassierer*in Fehler übersieht?

    Wenn einem Profi (zum Beispiel eine*r Mitarbeiter*in einer Bank oder einer Steuerkanzlei) ein Fehler durchgeht, ist diese Person dafür haftbar. Macht ein*e ehrenamtliche*r Kassierer*in diesen Fehler, haftet diese Person nur, wenn sie grob fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt hat – ansonsten nicht.

    Fazit: Der Aufgabenbereich eine*r Schatzmeister*in ist sehr vielfältig und anspruchsvoll

    Ein*e Schatzmeister*in trägt viel Verantwortung und sorgt durch seine oder ihre umfangreichen Aufgaben ganz wesentlich dafür, dass euer Verein nicht in eine finanzielle Notlage gerät. Daher ist es wichtig, für diese Aufgaben eine geeignete Person zu wählen.

    Ihr solltet dieser Person auf der einen Seite absolut vertrauen können. Auf der anderen Seite solltet ihr sie für diese umfangreiche Arbeit wertschätzen. Das trägt auch zu einem besseren Vereinsklima bei.  

    Ihr habt Probleme dabei, eine*n neue*n Schatzmeister*in Kassenwart zu finden? Mit unserem Programm „Hauptamt-ready“ unterstützen wir euch dabei, eine hauptamtliche Stelle im Verein zu schaffen und eure ehrenamtlichen Vereinsmitglieder zu entlasten.

  • Energiesparen für Vereine: Wie du deinen Klub krisenfest machst!

    Erfahrt im Artikel umfassende Maßnahmen wie Energiesparen für Vereine schnell, nachhaltig und kostengünstig funktionieren kann

    Im Artikel findest du

    Untergangsstimmung oder große Chance?

    Energiesparen für Vereine war schon immer smart. Bislang haben es euch die Strom- und Gasrechnungen aber noch verziehen, wenn ihr bei dem Thema nicht so strikt wart. Das ändert sich in diesem Winter schlagartig. Die Energiekrise treibt die Preise so hoch, dass viele Klubs jetzt zu Energiesparprofis werden müssen, um im nächsten Jahr noch zahlungsfähig zu sein.

    Das klingt beängstigend, aus unserer Sicht kann es aber auch die Chance sein, euren Verein endlich nachhaltig aufzustellen. Wir haben für euch zusammengefasst, welche Möglichkeiten Vereine haben, um schnell Energie einsparen zu können. Vielleicht ist ja auch für dich ein Punkt dabei, den dein Verein noch nicht auf der Rechnung hatte.

    Unnötige Stromfresser vom Netz nehmen

    Strom ist bereits jetzt deutlich teurer als noch Anfang des Jahres. Umso mehr lohnt es sich, besonders ältere Elektrogeräte vom Netz zu nehmen. Braucht ihr jetzt im Winter euren Kühlschrank in der Halle oder im Vereinsheim unbedingt?  Den Kasten Bier könnt ihr zur Not auch draußen kaltstellen. 

    Außerdem solltet ihr für Transparenz in Sachen Energieverbrauch schaffen. Am besten identifiziert ihr dazu alle eure Stromverbrauche mit ihren jeweiligen Verbrauchswerten. Tragt eure Erkenntnisse in eine zusammenfassende Liste ein und entscheidet dann, an welchen Stellen ihr sparen könnt.

    Strommessgeräte könnt ihr euch dafür oft auch in der lokalen Bibliothek ausleihen. Hier könnt ihr nachschauen, ob das auch in eurer Umgebung möglich ist. 

    Eine Anleitung zum richtigen Gebrauch von Strommessgeräten sowie weitere Energiespartipps bekommt ihr bei der Stiftung Warentest.

    Auf LED-Beleuchtung setzen

    Beleuchtung vom Netz zu nehmen, macht beim Energiesparen für Vereine meist weniger Sinn. Klar solltet ihr auch hier drauf achten, Hallen-, Kabinen und Platzbeleuchtung so früh wie möglich nach Gebrauch abzuschalten. 

    Euer Verein sollte spätestens jetzt überall dort, wo es möglich ist, auf LED-Technologie umstellen. Die ist heutzutage für fast alle Beleuchtungs-Arten verwendbar und spart gegenüber anderen Lampen-Arten bis zu 80 Prozent an Energie. Dazu ist sie langlebiger und enthält keine Schadstoffe. 

    Um mit dem Hallen- und Flutlicht auch die richtig fetten Stromfresser auf sparende LED-Technik umzurüsten, kann es schnell teuer werden. Oft könnt ihr euch hierbei aber auf Landes- oder Bundesebene 30 bis 40 Prozent der Kosten fördern lassen.

    Sportplatzwelt hat hierzu einen ausführlichen Beitrag geschrieben und gibt euch Tipps, wie ihr an die Fördertöpfe kommt. Bei einer Stromersparnis von 60 Prozent im Vergleich zur alten Anlage amortisiert sich die Investition in LED bereits nach etwa 4 Jahren.

    Design ohne Titel 4

    Macht euer Heizsystem effizienter

    Bei Fenstern und Türen denken wir gleich daran, wie wichtig eine gute Dämmung ist. Aber auch schlecht isolierte Heizungsrohre und Warmwasserleitungen können zum Energiegrab werden. 

    Daneben ist es sehr effektiv, eure alten Heizungspumpen durch Hocheffizienzpumpen auszutauschen. Die verbrauchen verglichen mit älteren Pumpen oft nur 10 Prozent des Stroms. Das Sparpotenzial durch den Austausch von alten Heizungspumpen wird meist unterschätzt. In Haushalten sind sie mit 10 % der jährlichen Stromkosten oft die größten Stromfresser. 

    Überlegt euch auch, wie warm ihr eure Räumlichkeiten wirklich heizen müsst. Der Deutsche Städtetag empfiehlt Vereinen ausdrücklich die Absenkung der Raumtemperatur in Sport- und Turnhallen im gesetzlichen Rahmen.

    Hier eine Orientierungshilfe: Nach der DIN-Norm 18031-1 wird bei Sporthallen eine Raumtemperatur von 17°C empfohlen. Als Mindesttemperatur gelten laut der AMEV 15°C, bei schulischer Nutzung der Hallen 17°C. 

    Für die andern Räumlichkeiten gelten folgende Empfehlungen:

    • 22° C für Duschräume
    • 20°–21°C für Büros
    • 19°–20°C für den Ausschank
    • Durchgangsbereiche wie Flure, Foyers oder Technikräume gar nicht mehr beheizen

    Messt Raumlufttemperatur sowie Raumluftfeuchte mit einem Thermometer bzw. Hygrometer und passt eure Heizleistung dementsprechend an. Die relative Luftfeuchte sollte dabei zwischen 45 und 60 Prozent liegen.

    Wer noch einen Schritt weiter gehen will, kann auf eine smarte Heizungssteuerung durch spezielle Thermostaten setzen. Die könnt ihr auch selber austauschen und die Temperaturen in euren Anlagen von überall aus steuern. 

    Lampen auf LED umsruesten

    Tipp: Lasst euren Energieverbrauch analysieren.

    Fühlt ihr euch mit jetzt etwas überfordert? Das ist nachvollziehbar, denn die meisten von euch sind ja keine ausgebildeten Energieexperten. Aber so einen könntet ihr euch natürlich trotzdem mal in eure Sportanlage holen. Ein Energieberater kann mögliche Fehler in eurem Heiz- und Belüftungssystem aufdecken. 

    Bei der Sportvereinigung Feuerbach lag ein solcher Fehler in der Lüftung der Turnanlage. Durch die Energieanalyse konnte der Verein den Energieverbrauch um rund 25 Prozent senken. 

    „Je stärker man Luft hinzugefügt hat, so wurde in gleichem Maße Luft am Dach wieder herausgeblasen. Energetisch natürlich der Wahnsinn!“

    Holt eure Mitglieder mit ins Boot!

    Viel hängt natürlich auch vom Verhalten eurer Sportler*innen ab. Die heiße Dusche nach dem Training mutiert gerne mal zum ausgedehnten Plausch in der Mannschaft. Diesen Winter kommt euch das teuer zu stehen. Sprecht daher mit allen Mitgliedern und sensibilisiert sie für die Thematik.

    Wirkungsvolle Maßnahmen in diesem Bereich sind Belohnungssysteme und ein gemeinsames Brainstorming für Ideen zum Energiesparen für Vereine. Langfristig könnt ihr auch einmal pro Jahr eine Aktion starten, die das Thema Nachhaltigkeit im Sportverein in den Mittelpunkt stellt. Fest steht: Mit kurzen, kalten Duschen können eure Sportler ihre Vereinsliebe unter Beweis stellen.

    Duschköpfe und Armaturen austauschen

    Wann habt ihr das letzte Mal eure Duschköpfe ausgetauscht? Wassersparende Duschköpfe verbrauchen nur etwa 6 bis 9 Liter Wasser pro Minute. Bei älteren Duschköpfen beträgt der Verbrauch hingegen 15 bis 20 Liter. Bei Waschbecken ist das Einsparpotenzial mit wassersparenden Armaturen ähnlich hoch.

    Der TÜV-Rheinland hat hier ausführlicher zusammengefasst, wann ein Wechsel sinnvoll ist und was ihr dabei beachten solltet.

    Macht euch Hauptamt-ready!

    Wie bitte? Ja richtig gehört, auch beim Thema Energiesparen für Vereine lohnt es sich, euren Klub mit einem Hauptamt professioneller aufzustellen. Alleine schon, um sich um eine Analyse der Energieverbrauchs zu kümmern, fehlt vielen ehrenamtlich geführten Vereinen schlichtweg die Zeit.

    Der SV Vaihingen ist ein Beispiel dafür, was das bedeuten kann. Nachdem der Stuttgarter Verein ein Hauptamt eingeführt hat, konnte sich endlich jemand um die Fixkosten für Strom und Energie kümmern. Hier gehts zum ausführlichen Magazin-Artikel

    Durch Anbieterwechsel und Verhandlungen konnte der SV Vaihingen viel Geld sparen. Alleine dadurch hat sich das eingeführt Hauptamt schon fast selbst refinanziert. 

     

    „Die Energieverträge waren gefühlt 100 Jahre alt und wurden einfach von Jahr zu Jahr verlängert, ohne die Konditionen zu verbessern. Ich habe dann angefangen, alles auf den Prüfstand zu stellen."

    Design ohne Titel 1

    Dabei handelt es sich um einen mittel- bis langfristigen Ansatz. Aber auch wenn die Energiekrise zu sofortigem Handeln zwingt: Das Thema Nachhaltigkeit solltet ihr in jedem Fall langfristig angehen. Und womöglich braucht ihr in eurem Verein jemanden, der sich darum auch über lange Zeit kümmern kann. Wir von Klubtalent unterstützen Vereine mit unserem „Hauptamt-ready-Programm“ dabei, ihre Vorstände und die Mitglieder durch hauptamtliche Mitarbeiter zu entlasten.

    Tipp: Den Strom und Gasversorger wechseln

    Habt ihr bereits die Kapazitäten für einen möglichen Wechsel eurer Anbieter? 

    Dann checkt als erstes unbedingt euren Mietvertrag eurer Sportanlage bevor ihr euch ausführlicher mit dem Thema befasst. Solange es darin nicht anders vereinbart wurde, kann euer Verein selber entscheiden, bei welchem Anbieter er Strom und Gas bezieht. Auf ehrenamt24  bekommt ihr wertvolle Tipps, wie ihr bei einem Wechsel vorgehen solltet und welche Rolle die Größe eures Vereins dabei spielt.

    Energiesparen für Vereine: Welche Fördermaßnahmen und Hilfspakete gibt es?

    Vom Bund werden 2023 zusätzliche 400 Millionen Euro für die Sanierung von Sportstätten zur Verfügung gestellt. Die Fördermaßnahmen laufen über das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen im Bereich Sport, Jugend und Kultur“. 

    Im Rahmen des Programms haben 2022 schon fast 750 Kommunen mit 995 Projektskizzen Förderungen im Volumen von 2,7 Mrd. Euro beantragt. 476 Mio. Euro standen zur Verfügung. 

    In der folgenden Übersicht findet ihr die Links zu den Empfehlungen der Landessportbünde zum Energiesparen für Vereine. 

    Und jetzt gilt's loszulegen!

    Wir hoffen natürlich, ihr habt jetzt richtig Bock das Thema anzugehen. Oder euer Klub ist energetisch schon so gut aufgestellt, dass ihr relativ entspannt in den Winter gehen könnt, umso besser. In der folgenden Übersicht sind nochmal alle Punkte zusammengefasst. Falls ihr euch weiter informieren wollt: Der DOSB beantwortet auf seiner Seite zur Energiekrise viele offene Fragen, die Vereine zur Thematik haben. 


    To-do Liste zum Energiesparen für Vereine:

    • alle Stromverbraucher mit jeweiligen Verbrauchswerten auflisten
    • unnötige Stromfresser vom Netz nehmen
    •  überall, wo es möglich ist, auf LED-Technologie umrüsten
    • Heizungsrohre und Warmwasserleitungen dämmen
    • alte Heizungspumpe durch Hocheffizienzpumpe ersetzen
    • Wassersparende Duschköpfe und Armaturen einbauen
    • Hauptamt einführen
    • Raumlufttemperatur auf Mindestvorgaben runterregulieren
    •  optional: smarte Heizungssteuerung einbauen
    • Energetische Analyse durch Energieberater machen lassen
    • Mitglieder sensibiliseren
    • gemeinsames Ideen-Brainstorming
    • jährliche Aktion zum Thema Energiesparen für Vereine
    • den Strom- und Gasversorger wechseln
    • Förderungen zur energetischen Sanierung beantragen
  • Vereinssoftware: Die 4 besten Programme im Vergleich

    Mit einer Vereinssoftware die Arbeit deutlich erleichtern und Zeit sparen. Wir zeigen euch wie. 

    Im diesem Text erfährst du:

    Was ist eine Vereinssoftware?

    Eine Vereinssoftware erleichtert es euch und eurem Vorstand, den Verein besser zu verwalten.

    Durch die vielen Funktionen unterstützt sie euch unter anderem beim Verwalten der Mitglieder, bei der Buchhaltung und der Kommunikation mit den Vereinsmitgliedern. Die Vereinsverwaltung wird dadurch deutlich schneller, denn alle Daten liegen digital und übersichtlich an einem Ort.
    Mit einer Vereinssoftware spart ihr also viel Zeit und Arbeit und sorgt für eine einfachere Zusammenarbeit im Verein.
    Welche Software am besten geeignet ist, hängt unter anderem von der Größe eures Vereins, dem benötigten Funktionsumfang und dem vorhandenen Budget ab.

    Die vier besten Programme stellen wir euch hier vor:

    easyVerein

    Die Software easyVerein wurde – wie der Name schon sagt – speziell für Vereine entwickelt. Sie ist für alle Vereine (wie Sport-, Musik-, Kulturvereine und Hilfsorganisationen) geeignet. easyVerein bietet verschiedene Lizenz- und Preismodelle an. Je nach euren Bedürfnissen könnt ihr jederzeit Funktionen zubuchen oder abbestellen.

    Es gibt eine kostenlose Demoversion, die ihr zeitlich unbegrenzt testen könnt.

    Was ihr mit der Software machen könnt:

    • alle Stamm- und Kontaktdaten, Rechnungen und Dokumente zentral an einem Ort sammeln
    • Mitglieder und ihre Stammdaten immer und überall online aktualisieren und verwalten
    • über das Online-Aufnahmeformular neue Mitglieder schnell und einfach selbst registrieren lassen
    • Serien-E-Mails und -briefe direkt in der Software erstellen und an Mitglieder verschicken
    • Termine und Aufgaben verwalten
    • Inventar verwalten
    • alle Einnahmen und Ausgaben des Vereins erfassen und einen schnellen Überblick über die finanzielle Situation verschaffen      
    • Bankumsätze automatisch abrufen
    • Belege hochladen und mit den entsprechenden Buchungen verknüpfen
    • Beitragsrechnungen für Mitglieder automatisiert erstellen 
    • Sammellastschriften und Sammelüberweisungen erstellen
    • Spendenbescheinigungen ausstellen
    vereinssoftware-easy-verein
    Quelle: easyverein.com

    Vorteile:

    • kostenloser Support (Telefon, Chat, E-Mail)
    • App für Smartphones und Tablets
    • Einnahmenüberschussrechnung möglich
    • Online-Banking-Schnittstelle
    • DATEV-Schnittstelle für die Zusammenarbeit mit der Steuerberatung
    • SEPA-Schnittstelle
    • eigener Mitgliederbereich für internen Austausch
    • Online-Aufnahmeformular
    • Mitglieder können ihre Daten selbstständig aktualisieren
    • GoBD-konform 
    • DSGVO-konform
    • klimaneutral 
    • deutscher Serverstandort
    • Förderung für gemeinnützige Hilfsorganisationen möglich

    Nachteile:

    • keine Umsatzsteuervoranmeldung über ELSTER möglich

    Linear Vereinsverwaltung

    Linear Vereinsverwaltung ist eine Vereinssoftware, die für sämtliche Vereinsarten (wie Angel-, Tierschutz-, Sport-, Musik- und Umweltverein) genutzt werden kann. 

    Sie ist flexibel an die Bedürfnisse eures Vereins anpassbar. Es gibt verschiedene Varianten und Preismodelle mit unterschiedlichen Funktionen. Nicht bei allen Produkten sind alle Funktionen enthalten – zum Beispiel ist die Client-Server-Lösung erst bei der Premium-Version inklusive.

    Client-Server-Lösung bedeutet in diesem Fall, dass ihr die Software nicht über einen Webbrowser nutzt, sondern sie auf eurem eigenen Server installiert, damit ihr von mehreren Arbeitsplätzen darauf zugreifen könnt.

    Ihr könnt die Vollversion 30 Tage kostenfrei testen. 

    Was ihr mit der Software machen könnt:

    • beliebig viele Mitglieder und Adressen verwalten  
    • Benutzer*innen unterschiedliche Rechte (Schreib-, Leserechte) geben
    • Termine, Wiedervorlagen und Kontakte verwalten
    • (Serien-)Briefe und E-Mails erstellen und verschicken 
    • Spendenquittungen ausstellen
    • Einnahmen und Ausgaben buchen
    • Kassenbuch führen
    • Beiträge automatisch einziehen und buchen
    • offene Posten anzeigen und eventuell Mahnungen verschicken
    • Beitragsrechnungen schreiben 
    • Vereinsentwicklung auswerten
    • Anlagen und Inventar verwalten  
    35979 ABB MacBook Screen Linear Vereinsverwaltung Startseite 10 2021 4c V05 1
    Quelle: linear-software.de

    Vorteile:

    • kostenloser Support (Hotline, FAQ, Lernvideos, Schulungen)
    • DATEV-Schnittstelle für Datenaustausch mit der Steuerberatung 
    • Online-Banking-Schnittstelle
    • SEPA-Einzel- und Sammelüberweisungen
    • GoBD-konform
    • DSGVO-konform
    • Einnahmenüberschussrechnung möglich
    • Umsatzsteuervoranmeldung möglich

    Nachteile:

    • gratis Testversion nur 30 Tage nutzbar

    ClubDesk

    ClubDesk kann ebenfalls für alle Vereine und Clubs eingesetzt werden und auch hier gibt es verschiedene Versionen und Preismodelle, die ihr individuell für euren Verein erweitern könnt. 

    Für die Buchhaltung ist ClubDesk weniger gut geeignet als easyVerein und Linear Vereinsverwaltung – unter anderem, weil ihr die Daten nicht mit der Steuerberatung teilen könnt.

    Dafür hat die Software aber andere Stärken. Ihr könnt darüber zum Beispiel eure Website bauen und pflegen.

    ClubDesk bietet eine eingeschränkte Gratisversion für kleine Vereine. Außerdem könnt ihr die kostenpflichtigen Versionen kostenfrei und unverbindlich 30 Tage testen. 

    Was ihr mit der Software machen könnt:

    • an einem Ort alle Vereinsdaten und -dokumente sammeln, aktualisieren und verwalten
    • neue Mitglieder anlegen oder importieren
    • uneingeschränkt Zugriffsrechte vergeben und verwalten
    • Termine und Veranstaltungen planen
    • Serienbriefe und E-Mails an Mitglieder senden
    • Mitgliedern eine Vereins-E-Mail-Adresse erstellen
    • die Vereins-Website erstellen und pflegen 
    • Rechnungen für Mitgliedsbeiträge schreiben
    • Einnahmen-Ausgaben-Rechnung führen
    • Spendenquittungen ausstellen
    • offene Rechnungen einsehen und Zahlungserinnerungen oder Mahnungen schicken
    • SEPA-Lastschriften einrichten
    • Kassenbuch führen
    • automatisch Buchungen für Rechnungen und Zahlungseingänge erstellen

    Vorteile:

    • kostenloser Support (Telefon, E-Mail, TeamViewer)
    • DSGVO-konform
    • Online-Banking 
    • Vereins-E-Mail-Adressen möglich
    • Einnahmenüberschussrechnung möglich
    • Serverstandort in der Schweiz

    Nachteile:

    • noch keine App
    • kann keine Anlagen und Inventar verwalten
    • keine Umsatzsteuervoranmeldung über ELSTER möglich
    • keine DATEV-Schnittstelle, um Daten mit der Steuerberatung zu teilen

    KURABU

    KURABU ist – wie die anderen Programme auch – für alle Vereine geeignet.  

    Mit dieser Vereinssoftware erledigt ihr die Buchhaltung zwar nur eingeschränkt – um zum Beispiel eure Vereinsausgaben zu erfassen, benötigt ihr momentan ein weiteres Tool. Dafür bietet der Kundenservice eine individuelle telefonische Beratung, umfangreiche Supportmöglichkeiten und ist schnell erreichbar. 

    Ihr könnt die Vollversion unverbindlich für 30 Tage kostenfrei testen. Danach richtet sich der Preis nach der Anzahl eurer Vereinsmitglieder. Neu gegründete Vereine können KURABU ein Jahr lang kostenlos nutzen.

    Die Variante KURABU lite ist gratis – allerdings ist der Funktionsumfang auf Mitgliedsanträge und Spendenverwaltung beschränkt.

    Was ihr mit der Software machen könnt:

    • alle Vereinsdaten und -dokumente übersichtlich an einem Ort verwalten
    • Veranstaltungen und Termine planen
    • Rechnungen automatisiert erstellen, ablegen und an Mitglieder versenden 
    • Zahlungserinnerungen per E-Mail schicken
    • automatisiert Spenden sammeln und Quittungen ausstellen
    • SEPA-Sammellastschriften einrichten
    • digitale Mitgliedsausweise erstellen
    • über den eigenen Mitgliederbereich alle Mitglieder informieren und einzeln mit anderen oder in Teams austauschen lassen durch E-Mail, Chatnachrichten, Pinnwand, News-Artikel etc.
    • Mitglieder über die Plattform eigene Daten und Dokumente einsehen und selbst pflegen lassen 
    •  eigene KURABU-Webseite einrichten
    632d82c785638eb76a72ff54 Visual Home Female p 1080
    Quelle: kurabu.com

    Vorteile:

    • umfangreicher kostenloser Support (E-Mail, Hotline, Online-Schulungs-Videos, Schulungen, FAQ)
    • digitaler Mitgliedsantrag
    • eigenes Vereinsbranding möglich (eigenes Logo hinzufügen, Vereinsfarben anpassen)
    • als App für Mitglieder verfügbar
    • E-Mails über eigene Vereinsadressen versenden
    • Unterstützung bei Förderanträgen möglich
    • Server in Deutschland
    • DSGVO-konform
    • Online-Banking möglich
    • Datenaustausch mit der Steuerberatung möglich

    Nachteile:

    • für die Buchhaltung nur eingeschränkt nutzbar
    • keine Umsatzsteuervoranmeldung möglich
    • keine Einnahmenüberschussrechnung möglich

    Gibt es auch kostenlose Vereinssoftware?

    Viele Hersteller bieten Gratis- oder Testversionen ihrer Vereinssoftware an. Diese Versionen haben aber einen begrenzten Umfang oder sind zeitlich befristet. 

    Daneben gibt es auch Open-Source-Software (zum Beispiel JVerein). Diese Software-Lösungen sind kostenlos, bieten eine schnelle Hilfe über die Community und sind häufig sehr gut entwickelte Programme. Allerdings sind sie oft kompliziert anzuwenden, Tools werden eventuell nicht weiterentwickelt, es gibt keine Updates oder es kann sehr schwierig sein, diese Programme in bereits vorhandene gekaufte Software zu integrieren.

    Fazit: Durch eine Vereinssoftware wird die Vereinsverwaltung erheblich leichter

    Jeder Verein braucht früher oder später ein Programm für die Verwaltung. Ihn mit Papier und Excel-Tabellen zu organisieren, ist viel zu unpraktisch und frisst wertvolle Zeit, die ihr an anderer Stelle besser einsetzen könntet. 

    jason goodman Oalh2MojUuk unsplash

    Mit einer Vereinssoftware erleichtert ihr euch die Arbeit deutlich. Denn dadurch sind eure Vereinsdaten zentral an einem Ort gespeichert und ihr habt immer und überall Zugriff darauf. 

    Außerdem gehören Aktenstapel und Papierhaufen endlich der Vergangenheit an und die Verwaltung kann sogar Spaß machen. Ihr habt endlich mehr Zeit, euch in eurem Verein zu engagieren, auf Erfolge zu konzentrieren und das Vereinsleben zu genießen. 

    Design ohne Titel 1

    Wenn ihr euch unsicher seid, welches Programm für euch am besten ist, probiert es einfach aus. In der Regel gibt es eine gratis Testversion, mit der ihr direkt in das Tool hineinlunsen könnt. Unsere persönliche Empfehlung: KURABU.

    Ihr wollt euch nicht nur durch eine Vereinssoftware die Arbeit erleichtern? Dann ist unser Programm „Hauptamt-ready“ vielleicht genau das Richtige für euch. Wir unterstützen Vereine dabei, ihren Vorstand und die Mitglieder durch hauptamtliche Mitarbeiter zu entlasten.

  • Der Vorstand im Verein: Die wichtigsten Aufgaben und Pflichten

    Das Vereinsrecht besagt, dass der Vorstand das gesetzliche Vertretungsorgan eines Vereins ist (geregelt in § 26 BGB). Der vertretungsberechtigte Vorstand eures Vereins sollte aus mindestens zwei Personen bestehen, um immer handlungsfähig zu sein. Der oder die erste Vorsitzende, der oder die zweite Vorsitzende und der oder die Schatzmeister*in bilden in der Regel diesen Vorstand. Bei mehreren Personen setzt sich bei Beschlüssen die Mehrheit der Vorstandsmitglieder durch.  

    Euer Vorstand vertritt den Verein nach außen gerichtlich und außergerichtlich als gesetzlicher Vertreter und führt nach innen die Geschäfte des Vereins.

    Daraus ergeben sich für euren Vorstand viele Aufgaben. 

    Ein Überblick – Die 7 wichtigsten Aufgaben im Vereinsvorstand

    Der Vorstand ist dafür verantwortlich, dass die Satzung aktuell bleibt und die gesetzlichen und steuerlichen Pflichten eures Vereins eingehalten werden. 

    Seine Aufgaben im Einzelnen sind:

    Aufgabe Nr. 1 des Vereinsvorstands: Den Zweck des Vereins verwirklichen

    Der Zweck eures Vereins wird in der Satzung bestimmt. Die Vorstandsmitglieder müssen darauf achten, dass er vorangetrieben und eingehalten wird. 

    Mögliche Methoden: 

    • die Buchführung machen
    • Rücklagen bilden
    • vorhandene Mittel für gemeinnützige Zwecke ausgeben

    Aufgabe Nr. 2 des Vereinsvorstands: Die Interessen des Vereins beachten

    Euer Vorstand ist berechtigt, Mitglieder sofort aus dem Verein zu werfen, wenn sie grob gegen seine Interessen handeln. Auch einem Vorstandsmitglied droht der Ausschluss, wenn es sich über die Interessen eures Vereins hinwegsetzt. 

    Mögliche Methoden:

    • eine außerordentliche Mitgliederversammlung ansetzen
    • einen Vertreter vor Gericht bestimmen

    Aufgabe Nr. 3 des Vereinsvorstands: Die eigene Haftung rechtlich absichern

    Auch wenn ein Vorstandsmitglied ehrenamtlich im Verein tätig ist, kann es in Haftungsfällen belangt werden (zum Beispiel bei zu spät abgegebenen Fördermittelanträgen, fehlerhaften Spendenquittungen oder Steuerschulden). 

    Schon im eigenen Interesse sollte sich der Vorstand durch Fachleute über einen umfangreichen Versicherungsschutz, rechtliche und Finanzangelegenheiten beraten lassen, um den Verein und sich selbst zu schützen. 

    Mögliche Methoden:

    • eine Vereinshaftpflichtversicherung abschließen, um den Verein vor Schadenersatzansprüchen zu bewahren
    • den Vorstand durch eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung absichern, damit er nicht persönlich mit seinem privaten Vermögen haftet  

    Aufgabe Nr. 4 des Vereinsvorstands: Das Vermögen des Vereins verwalten 

    Ein gemeinnütziger Verein darf keine wirtschaftlichen Interessen verfolgen und muss trotzdem handlungsfähig bleiben (um zum Beispiel Ausrüstung zu kaufen und die Trainingshalle zu renovieren). Keine leichte Aufgabe. 

    Es ist empfehlenswert, dass eure Vorstandsmitglieder prüfen, wie viel Vereinsvermögen vorhanden ist, wofür es ausgegeben werden darf und wie sich für den Verein mehr herausholen lässt. Der Vorstand hat dabei zwar Handlungsfreiheit. Er sollte das Geld allerdings konservativ und ordnungsgemäß sinnvoll anlegen (das bedeutet, wie ein*e ordentliche*r Geschäftsmann*Geschäftsfrau). 

    Mögliche Methoden:

    • Spendengelder sammeln 
    • Inventuren machen 
    • die Vermögenswerte des Vereins versichern
    • Finanzierungs- und Haushaltspläne schreiben 

    Aufgabe Nr. 5 des Vereinsvorstands: Die Mitglieder verwalten 

    Die Mitglieder eures Vereins zu betreuen, ist eine wesentliche Aufgabe des Vorstands. Er erklärt den neuen Mitgliedern die gültigen Vereinsregelungen, nimmt sie auf und verwaltet sie. Die Mitglieder und ihre Mitgliedsbeiträge müssen dabei ordnungsgemäß erfasst werden. 

    Mögliche Methoden:

    • Vorträge halten
    • über die Vereinsregeln, die Satzung und gesetzlichen Auflagen informieren
    • ein Verzeichnis über die Mitglieder führen
    • die Beiträge der Mitglieder prüfen und einziehen

    Aufgabe Nr. 6 des Vereinsvorstands: Die rechtlichen Aufgaben 

    Der Vorstand ist dafür verantwortlich, dass die rechtlichen und steuerlichen Pflichten eingehalten werden. 

    Mögliche Methoden:

    • Rechnungen bezahlen
    • Verträge erfüllen
    • Mitgliederversammlungen und Vorstandssitzungen ordnungsgemäß durchführen und Mitglieder wahrheitsgemäß und vollständig über den aktuellen Stand der Vorstandsarbeit informieren 
    • spätestens am Ende der Amtszeit einen Rechenschaftsbericht vorlegen 
    • Jahresabschlüsse anfertigen
    • die Buchhaltung erledigen
    • Steuererklärungen abgeben
    • sich an die Schweigepflicht halten und nach außen nicht über Geschäftsvorfälle und Vereinsinterna sprechen 
    • den Verein im Außenverhältnis vertreten (unter anderem beim Finanzamt, beim Registergericht, bei Banken)

    Aufgabe Nr. 7 des Vereinsvorstands: Marketing und Öffentlichkeitsarbeit für den Verein

    Wenn ihr als Verein neue Mitglieder gewinnen, auf Projekte aufmerksam machen und Spenden sammeln wollt, kommt ihr um (Online-)Marketing und Öffentlichkeitsarbeit nicht mehr herum. 

    Eure Vorstandsmitglieder sollten dabei auf die gängigen Social-Media-Kanäle eurer Zielgruppe zurückgreifen (zum Beispiel Facebook und Instagram).

    Empfehlenswert ist auch, eine aktuelle, moderne Website mit einem eigenen Blog zu haben. Dort könnt ihr Interessent*innen regelmäßig rund um eure Themen und euren Verein auf dem Laufenden halten.  

    Während die Marketing-Maßnahmen auch von Mitgliedern entwickelt und umgesetzt werden können, hat der Vorstand doch die Verantwortung für alles, was ihr veröffentlicht. Alle Ideen sollten deshalb mit ihm abgesprochen werden.

    FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Vorstand im Verein

    Zum Thema Vereinsvorstand gibt es unserer Erfahrung nach oft jede Menge Fragen. Die häufigsten wollen wir euch beantworten:

    Die Mitgliederversammlung wählt den Vorstand (§ 27 BGB). In der Regel entscheidet die Mehrheit der abgegebenen Stimmen darüber, welche*r Kandidat*in das Vorstandsamt antritt. In der Vereinssatzung kann festgesetzt werden, dass ein neues Vorstandsmitglied allein durch den Vereinsvorstand bestimmt werden darf. 

    Wie lange ein Vorstandsmitglied im Amt bleibt, ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Die Amtszeit wird bei der Wahl oder in der Satzung festgelegt. Um mögliche Vorstände nicht von einer sehr langen Amtsperiode abzuschrecken und auch häufiger frische Ideen in den Verein zu holen, ist es empfehlenswert, alle zwei bis drei Jahre neu zu wählen. 

    Grundsätzlich arbeitet ein Vorstandsmitglied ehrenamtlich. Es kann nur eine Vergütung bekommen, wenn das ausdrücklich in der Satzung vereinbart ist. Andernfalls riskiert ein Verein, dass er die Gemeinnützigkeit verliert. 

     

     

    Wenn euer Verein wächst und der Vorstand Mühe hat, alle Aufgaben zu bewältigen, könnt ihr auch ein Mitglied hauptamtlich als Geschäftsführer*in anstellen.

    Ein Vorstand darf normalerweise immer von seinem Amt zurücktreten – auch bevor die Amtszeit abgelaufen ist. Es gibt aber Ausnahmen: In der Satzung gibt es Sonderregelungen zum Rücktritt, der Vorstand ist im Verein angestellt (dann muss er oder sie den Rücktritt begründen) oder der Vorstand tritt zu einer „Unzeit“ zurück (das bedeutet, der Verein wird dadurch handlungsunfähig). 

    Fazit: Die Aufgaben eines Vorstands sind sehr vielfältig

    Der Vereinsvorstand ist für zahlreiche und umfangreiche Aufgaben verantwortlich. Er hat dadurch aber auch die Möglichkeit, daran zu wachsen und sich persönlich weiterzuentwickeln.

    Euer Vorstand hat durch seine Arbeit einen großen Einfluss darauf, wie gut die Stimmung im Verein ist, wie sehr sich die Mitglieder in die Vereinsarbeit einbringen und ob es durch Veranstaltungen ein aktives Vereinsleben gibt. 

    Wenn sich eure Vorstandsmitglieder stark mit dem Verein identifizieren, haben sie auch Spaß daran, den Vereinszweck voranzutreiben. Davon profitieren letztendlich alle in eurem Verein. 

    Euer Vereinsvorstand strampelt sich bei den vielen Aufgaben völlig ab? Habt ihr schon einmal darüber nachgedacht, ihn durch eine hauptamtliche Stelle zu entlasten?

    Mit unserem Programm „Hauptamt-ready“ unterstützen wir euch gerne dabei.

    Design ohne Titel 1
  • Was Vereine von Startups lernen können

    Startups schaffen, was Vereinen immer mehr fehlt. Sie sind vor allem bei jungen Menschen gefragt wie nie.

    Es fehlt meist an Geld, Zeit und tiefgründigem Wissen. Für die Arbeit wird man selten “angemessen” mit Geld entlohnt, stattdessen steht das Herz und der Glaube an das große Ganze im Vordergrund. Das kommt wohl jedem Ehrenamtlichen bekannt vor, ABER auch jeder Existenzgründerin. Egal ob Verein oder Startup-Unternehmen: Beide kämpfen mit den gleichen Herausforderungen.

    Gerade jetzt aber schaffen Start-Ups, was der Vereinslandschaft immer mehr abhanden kommt.

    Sie sind gefragt wie nie, in der Wirtschaft, in der Politik, in der Gesellschaft. Die Bundesregierung legt Förderpakete für die Finanzierung von Startups auf, Großkonzerne möchten mit ihnen zusammenarbeiten und von ihnen lernen und wer im Trend sein will, arbeitet nicht jahrzehntelang für den guten alten Großkonzern (“gähn”) sondern zieht im jungen Startup mit Jeans und T-Shirt die Strippen. Tischkicker inklusive.

    Was also machen Startups anders? Und was können Vereine von ihnen lernen? Wir haben ein paar Klischees auseinandergenommen.

    Start-Ups interessiert “es hat aber schon immer so funktioniert” eher nicht so

    Die Wirtschaft befindet sich im digitalen Wandel und die deutschen Gerichte haben viel zu tun. Denn: “alte” Branchen versuchen sich verzweifelt gegen neue Ideen und Entwicklungen von Startup-Unternehmen zu wehren.

    So wehrt sich die deutsche Hotellobby gerichtlich gegen das bereits milliardenschwere Online-Portal AirBnB, bei dem Menschen ihre Privatunterkünfte einfach per App an Reisende oder Stadtbesucher kurzzeitig vermieten können.

    Daimler-Chef Zetsche muss sich immer öfter rechtfertigen ob er sich vor Apple und dem Internetunternehmen Google fürchte, welches derzeit dabei ist, selbstfahrende Autos zu produzieren. Wer hätte gedacht, dass sich das auf Suchmaschinen spezialisierte Unternehmen einmal in diesen Bereich wagt?

    image

    Beitrag aus dem manager magazin vom 29.09.2014, abrufbar hier.

    Beschweren dürfen sich die Branchen eigentlich nicht, denn sie hätten selbst auf diese Ideen kommen und umsetzen können. Schließlich haben die Startups nur Märkte besetzt, die vorhanden waren, aber eben von noch keinem anderen besetzt wurde.

    Die Medien fassen dies so zusammen: in Deutschland ist der Mittelstand mit der Digitalisierung im Verzug und verliert zunehmend den Anschluss. “Viele Mittelständler hadern mit der Digitalisierung oder verkennen noch ihre Bedeutung. Das könnte sich schon bald rächen”, so Experten auf n-tv.de.

    Dabei haben die Startups ihre Kunden nur dort gefunden, wo diese sich gerade aufhalten: im Internet.

    Der Mittelpunkt von allem: Der Kunde

    Auch die Sport- und Fitness-Branche ist nicht vor Veränderungen gefeit. Bestes Beispiel: die Fitness-App Freeletics. Innerhalb von nur zwei Jahren haben drei Studenten ein millionenschweres Unternehmen aufgebaut.

    Wie die drei jungen Männer das vor den großen Fitness-Studio-Ketten herausgefunden haben? Sie haben sich einfach ihre potentiellen Kunden angeschaut. Erkenntnis:  “Wir wollten eben ein Fitnesskonzept, das an die Bedürfnisse des 21. Jahrhunderts angepasst ist. Viele Menschen haben nicht mehr die Zeit, zweimal die Woche zum Sportverein oder ins Fitnessstudio zu fahren. Mit dem Programm können sie mit wenig Zeitaufwand das Maximale rausholen, denn unsere Übungen sind sehr effektiv, und trainieren kann man überall. ” Deswegen nutzt die App für ihre Übungen auch nur das eigene Körpergewicht und facebook-Gruppen als Motivationsgrundlage. Sie sind dort, wo auch ihre Kunden sind: in den sozialen Netzwerken, auf dem Smartphone.

    Da die technologischen Entwicklungen so schnell vorangehen sind Startups eigentlich die ganze Zeit damit beschäftigt, mit ihren Kunden zu sprechen, denn: Klassische Startups bringen meist ein neues Produkt auf den Markt und wissen deshalb vorher nicht, ob dieses überhaupt gekauft wird. Funktioniert das Produkt nicht schnell genug kann es sein, dass das Startup ein komplett anderes Produkt, Dienstleistung und damit eine andere Einnahmequelle setzen muss. Schnell ist hierbei das Stichwort, denn: kommt nicht schnell genug Geld in die Kasse, überlebt die Firma nicht. Das Geschäftsmodell wird also andauernd hinterfragt, z.B. mit Kunden-Interviews, Meinungsumfragen oder durch das Lesen der Meinungsausrufe in den Social Media-Kanälen.

    Damit besonders schnell und günstig Rückmeldung von den Kunden kommt,  hat Freeletics nicht etwa als App gestartet. Statt dessen wurden Trainingspläne einfach per PDF versendet und auf einer Standard-Webseite beworben. Ein Tipp vom Gründerteam: “Seid Euch nicht zu scheu, unperfekte Produkte auf den Markt zu bringen“, schreibt Joshua Cornelius im Rückblick auf diesen Schritt. „Unsere ersten bezahlbaren Freeletics-Produkte waren PDF-Trainingspläne. Runtergeschrieben an 3 Tagen. Angeboten mit einem Standard-SaaS-Shopsystem. Wir waren alles andere als stolz darauf.“

    image

    Über eine Shopify-Seite verkauften die Gründer zu Anfang über Freeletics.com drei Trainings-PDFs (Screenshot: Archive.org)

    Eine halbe Millionen Euro Umsatz haben diese PDFs  ihnen immerhin alleine im ersten Jahr beschert. Da hat sich das Testen gelohnt.

    Start-Ups probieren ständig Neues aus – auch wenn es bedeutet, dass sie ab und an mal scheitern

    “Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Und nicht der Stärkste überlebt, sondern der, der sich am besten an seine Umwelt anpassen kann.“

    image

    Aussage von Charles Darwin zur Überlebensfähigkeit einer Gattung

    Dies wusste auch schon Darwin und genau aus diesem Grund erfinden sich Startups immer wieder neu, stehen neue Ideen und Entwicklungen andauernd auf dem Prüfstand. Ein bekanntes Beispiel ist Suchmaschinen-Gigant Google.

    Denn was so gut wie keiner weiß: “Das Unternehmen wird vor allem für seine Erfolge wahrgenommen, für seine Suchmaschine, sein Mailprogramm, seine riesigen Gewinne. Aber auch die Liste der Fehlschläge des Konzerns ist umfangreich, da seine mehr als 20.000 Mitarbeiter ständig Neues aushecken und Google Ideen im Gegensatz zu vielen anderen Firmen auch als Frühgeburten aussetzt.“ Der Titel des Artikels von zeit.de: Scheitern als Geschäftsmodell.

    Der Erfolg aber gibt Google recht. Das Unternehmen hat erkannt: Nichts ist so beständig wie der Wandel.

    Spielend motivieren: Startups haben eine neue Unternehmenskultur der flachen Hierarchien

    Wie bei Vereinen müssen eben auch Gründer die richtigen Mitstreiter von ihrer Idee und ihrem Unternehmen überzeugen, und davon, für wenig oder gar kein Geld, sehr, sehr, sehr, sehr viel zu arbeiten. Und sie schaffen es auch. Selbst in Zeiten des Mindestlohns wollen viele Menschen lieber für wenig Geld in einem Startup arbeiten, und das, obwohl die jungen Unternehmen gegen große Konzerne konkurrieren, die sich gute Mitarbeiter leisten und auch entsprechend bezahlen können.

    Dabei setzen Startups genau bei der Kultur an, die sich auch für Ihr Produkt anwenden. Was wollen meine Kunden, in diesem Fall: meine Mitarbeiter? Was können wir diesen bieten, was ein großer Konzern (oder Sportclub) nicht bieten kann?

    Und die Generation Y, so wird die heutige Generation genannt, will vor allem sich selbst verwirklichen, Spaß haben, mit Gleichgesinnten arbeiten: die wichtige Schraube im Glied zu sein, die Möglichkeit, Ideen zu verwirklichen, ohne dass erst 10 Managemenstufen unterschreiben, ein Team, dass während der Arbeit auch mal Tischtennis oder Tischkicker spielt, bei der auf gleicher Ebene kommuniziert wird, bei der man etwas bewegen kann. „Die neuen Chefs: Spielend regieren” tituliert das Magazin t3n.

    image

    Titelblatt der aktuellen t3n Nr.39, abgerufen auf t3n.de

    Alleine schon eine Geste von zwei der großen Startups, facebook und AirBnB zeigen diese Veränderung in der Arbeitswelt. Beide sitzen im Großraumbüro mit ihren Mitarbeitern zusammen und zeigen: ich bin einer von euch. Für Machtspiele und Ellenbogenmentalität haben wir schlicht und einfach keine Zeit.

    FAZIT:

    Es ist nicht nur ein neues digitales Zeitalter angebrochen, sondern auch eine damit anders denkende Generation.  Auch wenn Vereine seit Jahrhunderten mit den selben Einnahmen Geld verdienen (Mitgliedsbeitrag, Einnahmen über Sponsoring etc.) zeichnet sich ab, dass sie nun mit großen Änderungen zu kämpfen haben. Schafft der Verein der Zukunft noch so viel Mehrwerte, dass ihre Kunden, die Mitglieder, dafür Mitgliedsbeitrag zahlen? Ist das Vereinsmodell überhaupt noch zeitgemäß oder trainieren in Zukunft alle nur noch mit Apps (siehe Freeletics)? Zahlen die Unternehmenskunden der Vereine, die Sponsoren, in Zukunft überhaupt noch für das Logo auf dem Trikot oder auf der Bande, wenn die Werbebranche zunehmend ins Internet abwandert und nur noch nach “Klick” oder nach “Kauf” vergütet wird?

    Möchte man das Vereins-Mitglied und die Ehrenamtlichen der Zukunft erreichen, wird „wir machen so weiter, wie bisher, weil es schon immer so funktioniert hat“ eben nicht mehr funktionieren.